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Sound der neuen Schweiz – La Nefera

Montag, 6. Mai 2019

Von Luana Beerli

 

Fotografie von Katharina Halser

In unserer Artikelreihe “Sound der neuen Schweiz” porträtieren wir Musikerinnen und Musiker, die den Soundtrack zur neuen Schweiz liefern. Heute: Rapperin La Nefera. Mit zehn Jahren kam die gebürtige Dominikanerin in die Schweiz, schloss ihr Studium in sozialer Arbeit ab und gilt mit ihrer Musik als eine der relevantesten Rapperinnen der Schweiz.

Luana Beerli hat sich mit La Nefera über Intersektionalität, den Begriff der Heimat und den Sexismus und Rassismus in unserer Gesellschaft unterhalten.

Der Diskurs über Sexismus und Frauen im Allgemeinen in der Hip-Hop-Szene wächst seit einiger Zeit. Im Gespräch über die Vertretung von Frauen in der Schweizer Rapszene wirst Du gerne zu Diskussionen und Interviews als Repräsentantin für Frauen in der Rapszene beigezogen. Wie fühlt sich diese Rolle an?
Ich finde diese Rolle eigentlich nicht so toll. Keine Künstlerin und kein Künstler will sich durch politisches Engagement zur Schau stellen. Auch mir wäre es lieber, wenn ich die Aufmerksamkeit für meine Musik und nicht für mein politisches und soziales Engagement bekommen würde. Trotzdem glaube ich, dass es einfach notwendig ist diese Gespräche zu führen. Durch die Me Too-Debatte werden Menschen mit viel Entscheidungsmacht gezwungen, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Auf eine Art wird Druck auf sie ausgeübt, wodurch sie zum Handeln gezwungen werden. Mir persönlich ist das Thema sehr wichtig und diejenigen, die den Diskurs nicht für notwendig halten, sollen sich die Ohren zuhalten.

Du setzt dich seit Jahren für Frauen in der Szene ein. Worin liegt dein Erlös in dieser teils undankbaren Aufgabe?
Viele Leute in der Hip-Hop-Szene, darunter auch Frauen, finden die Debatte über Feminismus und Sexismus völlig unnötig. Manche argumentieren, dass das Sprechen über diese Themen, die Unterschiede weiter untermauern. Das ist absurd. Ich bin davon überzeugt, dass sich nichts ändert, , solange nicht darüber gesprochen wird.. Es gibt viele Gegenstimmen, das Thema ist emotional stark geladen und es löst sehr viele Unsicherheiten aus. Für diese Arbeit kriege ich kein Lob, sondern werde meist als «Scheiss Emanze» abgestempelt.

Kannst Du dich an eine bestimmte Situation erinnern?
Erst kürzlich habe ich in St.Gallen ein Konzert gegeben. Vor einem Song habe ich alle Frauen im Publikum dazu aufgefordert, die englische Passage «You don’t have to tell me what and how to be» mit voller Kraft mitzusingen. Nach meinem Set kamen zwei Männer zu mir und sagten: «Hey sorry, es war ein mega geiles Konzert aber bei dem Feminismus-Scheiss sind wir schweren Herzens wegegegangen.» Ich stelle fest, dass es viele Menschen gibt, welche die weibliche Emanzipationsbewegung als Angriff verstehen. Beim Thema Rassismus kann ich genau das gleiche beobachten. Aussagen wie «dieses Thema ist total durchgekaut» oder «Hör auf, das ist doch heute kein Problem mehr» und «alle haben das Recht diskriminiert zu werden, denn wenn man eine Gruppe nicht diskriminiert, diskriminiert man sie erst recht» habe ich schon etliche Male gehört. Das sind für mich alles nur Entschuldigungen um unreflektiert durch die Welt laufen zu können.

Wie siehts eigentlich mit Rassismus in der Dominikanischen Republik aus? Hast Du diesbezüglich Erfahrungen und Beobachtungen gemacht?
Wenn wir die historischen Hintergründe der Insel Hispaniola anschauen, wird der Rassismus der letzten Jahrhunderte sichtbar. Durch die Sklaverei und durch tyrannische Diktatoren, die tausende Dunkelhäutige umbringen liessen, ist der Rassismus in der Dominikanischen Republik tief verankert. Vor allem HaitianerInnen, die die andere Hälfte der Insel besiedeln, werden von vielen DominikanerInnen auf Grund ihrer Hautfarbe diskriminiert. Diese Diskriminierung habe ich schon als Kleinkind wahrgenommen. Weil es kein öffentliches Verkehrsnetz wie in der Schweiz gibt, fahren Privatpersonen gewisse Strecken und nehmen Leute mit, die in dieselbe Richtung wollen. Viele FahrerInnen weigern sich HaitianerInnen mitzunehmen, weil die DominikanerInnen sie als Menschen dritter Klasse ansehen. Obwohl Haiti und die Dominikanische Republik sich auf derselben Insel befinden, sind HaitianerInnen unerwünscht. Nicht nur weil sie im Vergleich zu den meisten DominikanerInnen eine dunklere Haut haben, sondern weil sie eine andere Sprache sprechen und es Unterschiede in der Kultur gibt. Viele DominikanerInnen fürchten sich vor einer Invasion der haitianischen Bevölkerung.

Hast Du Dir schon mal die Frage gestellt, wie Dein Leben verlaufen wäre, wenn Du in der Dominikanischen Republik aufgewachsen wärst?
Diese Frage ist für mich mit sehr vielen negativen Gefühlen verbunden. Wir kamen aus sehr einfachen Verhältnissen. Die meisten Mädchen in meinem Umfeld wurden in sehr jungen Jahren Mutter. Meist wurden sie durch ungenügende Aufklärung und Prävention schon bei ihren ersten sexuellen Erfahrungen, mit 14 oder 15 Jahren schon schwanger. Meine Mutter hat das immer verwendet um uns zu sagen: «Hey, seht ihr was passiert wäre, wenn wir in der Dominikanischen Republik geblieben wären? Jetzt seid ihr hier, macht das Beste daraus!» Das war für mich ein Ansporn meine Chancen zu nutzen und hart für meine Ziele zu arbeiten.

Väterlicherseits stammt meine Familie aus dem karibischen Teil Costa Ricas. Ich kann deine Gefühle also nachvollziehen. Mich hat schon häufig ein schlechtes Gefühl gegenüber Cousinen und Cousins geplagt, die von Geburt an nicht die gleichen Möglichkeiten haben wie ich. Wie gehst Du mit diesen Gefühlen um?
Dieses Gefühl ist für mich ein ständiger Begleiter. Jedesmal wenn ich im Ausland war und in die Schweiz zurückkehre, plagt mich ein schlechtes Gewissen gegenüber denjenigen, die ich zurücklasse. Ich denke aber, dass es in der Dominikanischen Republik viele Menschen gibt, die den Platz nicht mit mir tauschen wollen. Für diese Menschen haben andere Werte Priorität. Aber trotzdem wäre es schön, wenn alle die Macht hätten, ihr Leben selbst nach ihren Wünschen und Vorstellungen zu gestalten. Leider gibt es unzählige Leute, die diese Entscheidung nicht selbst treffen können.

Kannst du es dir vorstellen, in Zukunft in der Dominikanischen Republik sesshaft zu werden?
Ich mag es, dass in der Schweiz die Dinge einfach funktionieren. Da ich ein Workaholic bin, habe ich keine Geduld für langwierige Prozesse, die in der Dominikanischen Republik üblich sind. Würde ich dorthin zurückkehren, müsste ich mindestens einen Gang zurückschalten. Das ist für mich unvorstellbar – vor allem zum jetzigen Zeitpunkt.
Die Leute in der Dominikanischen Republik sind sehr arm und es gibt praktisch keine legalen Wege sozial aufzusteigen. Meine Familie ist auch deswegen geflüchtet. Zwar nicht vor Krieg oder einer akuten Gefahr, aber vor Kriminalität und Armut. Den Menschen fehlen Perspektiven für die Zukunft. Es gibt kein gemeinsames Wir und deswegen auch wenig Solidarität oder gar einen Sozialstaat. Dabei wäre das Land viel stärker, wenn es auch den Ärmsten besser ginge.

Mir wurde in der Schweiz schon mehrmals gesagt, dass ich dorthin zurückgehen soll, wo ich herkomme. Ich spreche nicht mal fliessend spanisch, weil mich meine Schweizer Mutter alleine aufgezogen hat. Du hast aber die ersten zehn Jahre deines Lebens in der Dominikanischen Republik verbracht. Denkst Du, dass es für dich einfacher wäre, wenn Du zurückkehren müsstest?
Ich glaube, dass ich mich an das Leben in der Dominikanischen Republik adaptieren könnte. Aber im Gegensatz zu anderen, die in ihrem Heimatland eine gute Beziehung zu ihren Verwandten haben, ist für mich ein Besuch in der Dominikanischen Republik immer mit familiären Problemen verbunden. Meine Mutter hat sich ihr ganzes Leben lang abgerackert, um uns durchzubringen. Sie hat die Verantwortung für viele Probleme von Familienmitgliedern in der DR übernommen, weswegen dieses Thema für uns schwer und belastend ist. Zum Glück bessert sich diese Situation über die Jahre.
Als ich mit 19 Jahren meinen Vater in der Dominikanischen Republik besucht habe, bemerkte ich, dass ich mich ziemlich schnell akklimatisiert hatte. Ich habe geweint als ich in die Schweiz zurückkehren musste. Nicht etwa wegen den Traumstränden, sondern weil sich das Leben in der Dominikanischen Republik einfacher gestaltet als in der Schweiz. Die Menschen brauchen weniger um glücklich zu sein.

Wo fühlst Du dich zu Hause?
In letzter Zeit habe ich gemerkt, dass mein Zuhause nicht von einem Ort abhängig ist. Mein soziales Umfeld mit den Menschen, die mir nahestehen, sind mein Zuhause. Mit gewissen Menschen könnte ich überall auf der Welt sein und ich würde mich trotzdem heimisch fühlen.

Du bist mit 10 Jahren aus der Dominikanischen Republik in die Schweiz gekommen. Wie waren Deine ersten Eindrücke als Du frisch immigriert bist?
Grau! Wir kamen im Herbst 1998 in die Schweiz und ich kann mich noch genau daran erinnern, dass es jeden Tag grau, kalt und regnerisch war. Aber wir hatten eine Riesenfreude. In den zwei Monaten vor unserer Abreise haben wir uns schon mental auf die Veränderung vorbereitet. Wir waren sehr aufgeregt und neugierig weil wir dachten, dass wir ins Paradies kommen würden.

Hast Du Erfahrungen mit Rassismus gemacht? Wie schätzt Du die Haltung der Schweizer Bevölkerung auf Neue an, die in dieses Land kommen?
Wir haben verschiedene Erfahrungen gemacht. Es gab Leute, die uns Kinder mit lockigen Haaren und dunklem Teint unglaublich süss fanden. Wiederum gab es auch andere, die ein Problem mit uns und unserer Herkunft hatten. In der Schule fielen einige Sprüche, weil ich dunkelhäutig war und die deutsche Sprache am Anfang noch nicht beherrschte.

Hattest Du Mühe Deutsch zu lernen?
Nein, wir hatten jeden Tag eine Stunde Deutschunterricht, wurden aber in allen Fächern in der regulären Klasse mit den deutschsprachigen Kindern unterrichtet. Ich fand das gut, so haben wir schnell den Anschluss gefunden. Heute ist es ja teilweise so, dass es Deutschklassen gibt, in denen alle Fremdsprachigen gemeinsam alle Fächer besuchen.
Ich frage mich, inwiefern das Sinn macht. So werden Freundschaften mit jenen geschlossen, die Deutsch auch als Zweitsprache lernen. Ich sehe hier die Gefahr eines negativen Kreislaufes. Die Tatsache, dass wir schnell Deutsch gelernt haben, hat sich sicherlich positiv auf unsere Integration ausgewirkt.

Als was siehst Du Dich in Bezug auf Nationalität? Ist Dir ein solches Bewusstsein überhaupt wichtig?
Für mich ist die Kultur wichtiger als die Nationalität, weil sie eine Person extrem prägt. Aber auf Instagram verwende ich auch unter jedem Bild das Hashtag #dominicana. Nicht weil ich übertrieben stolz bin Dominikanerin zu sein, sondern weil ich mit der Kultur, der Sprache und der Message der Dominikanischen Republik in Verbindung gebracht werden möchte.
Ich fühle mich mit sehr vielen Leuten verbunden, die nicht aus dem gleichen Land stammen wie ich und zu anderen, die den gleichen ethnischen Hintergrund haben, spüre ich keine tiefe Verbindung. Die Welt entwickelt sich schneller denn je und aus diesem Grund ist es auch so wichtig was INES macht. Alles was neu ist abzustossen und auszugrenzen, ist in meinen Augen definitiv nicht der richtige Ansatz.

Wie sieht für dich eine neue Schweiz aus?
Meiner Meinung nach sollten alle politisches Mitspracherecht haben und sich beteiligen dürfen, die in der Schweiz leben. Politische Teilhabe ist für eine funktionierende Gesellschaft sehr wichtig. Es stimmt eben nicht, dass sich eh nichts ändern kann. Leider ist das in den Köpfen von vielen Menschen verankert. Auch bei ganz vielen jungen Menschen. Das finde ich beängstigend. Aber es gibt auch Positives: Die jungen Generationen gehen viel selbstverständlicher und unverkrampfter heran, wenns darum geht, für seine Rechte einzustehen. Dieses Selbstverständnis entwickelt sich schon bei Kindern. Ich wünsche mir eine Schweiz, in der gemeinsam über die Zukunft des Landes nachgedacht und gesprochen wird. Und: Ich wünsche mir für die Zukunft eine Schweiz, die auf ihre sozialen Errungenschaften stolz ist. Wenn es den Schwächsten schlecht geht, kann es keinem von uns gut gehen.

 

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Ein Civil Rights Movement in der Schweiz? Das vergessene Erbe der Mitenand-Bewegung (1974–1990)

Samstag, 13. Oktober 2018

Von Kijan Espahangizi

 

«Die hier versammelten Frauen und Männer, Ausländer und Schweiz, alles Bewohner dieses Landes, fordern das Schweizervolk und die Regierungen, Parlamente und Verwaltungen in Bund, Kantonen und Gemeinden auf, die Maximen der Humanität und Solidarität endlich auch in der Ausländerpolitik unseres Landes zu verwirklichen. [...] Wir fordern eine Politik, die davon ausgeht, dass der Ausländer ein Mensch gleichen Rechts und gleicher sozialer Ansprüche wie der Schweizer ist.»

#DeepDiversity

being here, doing this!
13.September 2019 18:30 – 23:00

 

being here, doing this! – ein Spiel mit der Redensart been there done that! – zeigt Geschichten auf, die wesentlicher Bestandteil der Schweizer Gesellschaft sind, jedoch innerhalb der populären Erzählung und im Kunstbetrieb noch weitgehend oder ganz ausgelassen werden. Der interdisziplinäre Abend befasst sich mit den Themen (Un-) Sichtbarkeit, kulturelle Ausdrucksform, Mythologie, Scham, Fremdsein, Zuschreibung und Zugehörigkeit. Er feiert Geschichten und Werke, die sich inmitten der Mehrheitsgesellschaft entwickeln.

Mit Ahmed Jizawi, Eva Seck, Sumitra Keshava, Martin R. Dean und Legion Seven

Glossar
Glossar #NeueSchweiz

 

An dieser Stelle wird das Glossar #NeueSchweiz zukünftig die relevanten Begriffe vorstellen, um Migration, Vielfalt und Rassismus in der Schweiz zu verstehen – fundiert und kritisch. Ausgangslage bilden die beiden Begriffe #NeueSchweiz und #DeepDiversity.

Ultimative Story aus dem Krieg

Dienstag, 6. November 2018

Von Milenko Lazić

 

Zastava 128

Vorwort

Gewisse Leute, die ich mit der Zeit kennenlernte, fragten immer, und wie war's, im Krieg zu leben? Was ist das für ein Gefühl, aus einer Kriegsregion zu flüchten? Bitte, erzähl uns ein wenig! Und ich sage dann immer, ja nicht viel besser, als dann anschliessend in der Nähe vom Needlepark zu wohnen. Die ersten Leichen habe ich auf den Strassen von Zürich gesehen. Ja, ja, wir alle kennen den Platzspitz. Wie war's in Bosnien im Krieg? Erzähl's uns!

Notunterkünfte im Kt. Zürich -"Wo recht zum Unrecht wird"

Dienstag, 12. Februar 2019

Von Stimmen der neuen Schweiz

 

Notunterkunft im Kanton Zürich.

In den sozialen Medien kursiert seit Wochen ein Video, das die Situation in den sogenannten Notunterkünften für abgewiesene Geflüchtete im Kanton Zürich dokumentiert. Im Video prangern die MacherInnen des Videos die unhaltbaren Zustände dieses Unterbringungstyps an und haben eine Petition lanciert, die die Schliessung dieser Unterkünfte fordert. Wir haben mit den Verantwortlichen des Videos über ihre Motive und Forderungen, aber auch über die Situation der Menschen in den Unterkünften gesprochen.

Friends of INES: #NeueSchweiz will not be televised

Mittwoch, 6. März 2019

Von Mardoché Kabengele & Stimmen der Neuen Schweiz

 

Am Samstag, 02.03.2019 fand in der Kulturbar Werkhof 102 in Bern die erste Mitgliederversammlung des Vereins “Friends of INES” (FRINES) statt. FRINES ist der Unterstützerverein hinter INES und versammelt Menschen, die INES mittragen und supporten wollen. Der FRINES-Vorstand hatte zu dieser Mitgliederversammlung eingeladen. Ziel war es mit den Mitgliedern und Gästen eine Vision für FRINES zu entwickeln. Ein Rückblick auf die Veranstaltung von FRINES-Vorstandsmitglied Mardoché Kabengele.

Geboren um zu bleiben

Mittwoch, 27. März 2019

Von Samira

 

Ich bin die Schweiz, manchmal -
und lebe die Schweiz
wie alle anderen auch....

Color Blind? Ein sehbehinderter POC und seine Erfahrungen mit Rassismus

Mittwoch, 10. April 2019

Von Mardoché Kabengele. Transkribiert und redigiert von Luana Beerli und Ugur Gültekin

 

Für People of Color und Menschen mit Migrationsvordergrund ist Rassismus und Benachteiligung auch in der Schweiz ein nicht wegdiskussierbarer Fakt. Diese Menschen haben Rassismus gespürt, erlebt und gesehen. Für diesen Artikel haben sich “Stimmen der Neuen Schweiz” und der junge Berner Aktivist Mardoché Kabengele die Frage gestellt, wie Rassismus auf einen POC wirkt, für den der Aspekt des Sehens wegfällt. Entstanden ist ein Gespräch mit Lenthe Manukumar Basant, dessen Werdegang eine komplexe globale Migrationsgeschichte darstellt. Lenthe ist seit seinem sechsten Lebensjahr sehbehindert. Ein Gespräch über die persönlichen Ausgrenzungserfahrungen eines blinden POC und seine Sicht auf das System Rassismus.

Warum mich Mani Matter mehr zum Schweizer gemacht hat als meine Einbürgerung

Montag, 15. April 2019

Von Uğur Gültekin

 

Ich bin 1988 im Alter von vier Jahren mit meinen Eltern aus Nordkurdistan über die Mittelmeerroute in die Schweiz geflüchtet. Für mich sollte Mani Matter eine entscheidende Rolle beim Kennenlernen meiner neuen Heimat und bei meiner Sozialisation spielen.

Ostschweiz mit Migrationsvordergrund. Eine lokale Initiative der Neuen Schweiz im Aufbau

Freitag, 26. April 2019

Von Kollektiv Ostwind

 

Foto von: Zahra Ghafouri

Das noch junge Kollektiv «Ostschweiz mit Migrationsvordergrund» organisierte diesen kürzlich zwei Generationengespräche in den Städten Rorschach und Wil. Menschen aus Einwandererfamilien und mit Migrationsvordergrund aus drei Generationen diskutierten ihre Erfahrungen zu Alltagsrassismus und ihr Engagement für mehr Demokratie. So unterschiedlich ihre Geschichten sind, sie alle haben genug von alten Zöpfen, heiligen Kühen und ausschliessenden Landsgemeinden. Die Gespräche über verschiedenen Generationen hinweg bringen viel Wissen und Erfahrung zusammen, die erlauben, neu und anders über die Schweiz nachzudenken.

Sound der neuen Schweiz – La Nefera

Montag, 6. Mai 2019

Von Luana Beerli

 

Fotografie von Katharina Halser

In unserer Artikelreihe “Sound der neuen Schweiz” porträtieren wir Musikerinnen und Musiker, die den Soundtrack zur neuen Schweiz liefern. Heute: Rapperin La Nefera. Mit zehn Jahren kam die gebürtige Dominikanerin in die Schweiz, schloss ihr Studium in sozialer Arbeit ab und gilt mit ihrer Musik als eine der relevantesten Rapperinnen der Schweiz.

Luana Beerli hat sich mit La Nefera über Intersektionalität, den Begriff der Heimat und den Sexismus und Rassismus in unserer Gesellschaft unterhalten.

#NeueSchweiz

Hautverdächtig – Rassistische Polizeikontrollen auf der Anklagebank

Donnerstag, 16. Mai 2019

Von Mohamed Wa Baile und Ellen Höhne

 

»Hautverdächtig« ist die theatralische Dokumentation und Reinszenierung eines Schweizer Gerichtsfalls zu Racial Profiling, der im Jahr 2015 begann und mittlerweile vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anhängig ist. Dieser experimentelle Text bringt die institutionalisierte Diskriminierungspraxis der Polizei ans Licht, in der täglich Menschen verdächtigt, willkürlich aufgehalten und als Rassisierte ausgeschlossen werden.

Zugfahren

Mittwoch, 5. Juni 2019

Von Fatima Moumouni

 

Copyright: Corinne Riedener

Schaue aus dem Fenster und scanne die Landschaft,
Sie rast vorbei und doch steht sie still.
Ich setze mich und fahre fort.
Wie alle anderen,
Deren Herkunft und Ziel
Nicht von Belang ist.

Third Space - Eine Webserie von Jil Antener

Montag, 27. Mai 2019

Von Jil Antener

 

Jil Antener beschäftigt sich in ihrer Bachelorarbeit „Third Space“ mit kultureller Hybridität und Transkulturalität. Sie nähert sich diesen Themen mit Videoportraits zu vier unterschiedlichen Protagonistinnen. Wir möchten der jungen Studentin auf unserem Blog Raum geben, ihre Arbeit zu reflektieren und zu veröffentlichen.

Sound der neuen Schweiz – Naomi Lareine

Mittwoch, 26. Juni 2019

Von Luana Beerli

 

Fotografie: Luca Franzoni

In unserer Artikelreihe “Sound der neuen Schweiz” porträtieren wir Musikerinnen und Musiker, die den Soundtrack zur neuen Schweiz liefern. Heute: RnB-Newcomerin Naomi Lareine. Luana Beerli hat sich mit Naomi über Authentizität, Intersektionalität und ihr musikalisches Schaffen unterhalten.

Frauenstreik 2019 – Der Kampf ist intersektional

Mittwoch, 19. Juni 2019

Von Inés Mateos

 

Die grosse Mobilisierung am 14. Juni 2019 darf deshalb auch als ein Zeichen für eine Schweiz der Vielfalt und der Gleichberechtigung gesehen werden – nicht nur zwischen den Geschlechtern. In diesem Sinne darf der Frauenstreik 2019 auch als erster intersektionaler Streiktag der Schweiz gelten. Das ist neu und stimmt hoffnungsvoll.

«Für Hunde und Italiener verboten» - Ein Gespräch mit Angelo Maiolino

Montag, 15. Juli 2019

Von Tarek Naguib

 

Angelo Maiolino war Dozent und wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für politische Philosophie der Universität Zürich. Gegenwärtig arbeitet der Familienvater als Gymnasiallehrer an einer Zürcher Kantonsschule. Im Jahr 2011 hat er das Buch „Als die Italiener noch Tschinggen waren“ im Rotpunktverlag publiziert. Drei Jahre später erschien seine Doktorarbeit mit dem Titel „Politische Kultur in Zeiten des Neoliberalismus“ im Transcript Verlag. Tarek Naguib hat Angelo Maiolino getroffen und mit ihm zurückgeschaut auf die Schwarzenbach-Initiative und die Lebensrealitäten von italienischen Gastarbeitern in der Schweiz und gefragt was diese Erfahrungen für die Gegenwart und die Zukunft der Migrationsgesellschaft Schweiz bedeuten.

Brennende Unschärfe - offener Brief an Bundesrätin Simonetta Sommaruga

Freitag, 21. September 2018

Von Paola De Martin

 

Die Autorin, heute ETH-Doktorandin, im Alter von 11 Jahren mit ihrem Vater, Rodolfo De Martin, Bauarbeiter, an einer Festa degli emigranti in der Nähe von Zürich (1976). Fotographie: Privates Archiv der Autorin. Copyright Paola De Martin.

„Natürlich sollten wir zum Beispiel den ETH-Professoren aus dem Ausland das Recht geben, mit ihren Kindern in die Schweiz zu kommen, aber doch nicht den Arbeitern auf dem Bau und in der Landwirtschaft oder den Leuten im Gastgewerbe. Das ist doch nicht nötig, von denen gibt es ja genug.“

– Luzi Stamm, SVP-Vertreter, in einem Interview mit Radio SRF, nach der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative, 2014.

Profiling und Rassismus im Kontext Sexarbeit: Overpoliced and Underprotected

Donnerstag, 13. Juni 2019

Von Serena O. Dankwa und Christa Ammann Mitarbeit und Vorwort von Jovita dos Santos Pinto

 

©FIZ

Racial Profiling in der Sexarbeit als polizeilich besonders überwachtem Arbeitssektor, in dem Cis- und Trans*frauen überdurchschnittlich vertreten sind, verläuft entlang von spezifischen Praktiken, die sich mit jenen vom bekannteren Verdacht auf Drogen- und Aufenthaltskriminalität nicht immer decken. Dieses Gespräch ist der Versuch, diesen spezifischen Mechanismen und Logiken nachzugehen und somit den Blick auf Racial Profiling zu erweitern.

Dawill: “Die Schweiz ist nüchtern betrachtet meine Heimat”

Montag, 3. September 2018

Von Uğur Gültekin

 

Fotografie: Jojo Schulmeister

Lange waren die Aushängeschilder der Schweizer Rap-Szene weiss, schweizerisch und mittelständisch. Spätestens seit dem Auftauchen der Berner Formation S.O.S. vor einigen Jahren hat sich das geändert. Die Crew um die beiden Rapper Dawill und Nativ verkörpert eine neue Schweizer Realität. Eine Realität in der Mehrfachzugehörigkeiten und transnationale Lebenswelten nichts Exotisches, sondern vor allem einfach eins sind: Normalität. Uğur Gültekin hat sich mit Dawill über den Begriff der Heimat, sein Umfeld in Bern, seine Beziehung zur DomRep und die Perspektiven auf eine #NeueSchweiz unterhalten.

"Scheinbevölkerung "

Dienstag, 11. September 2018

Von Jurczok 1001 (Text & Performance)

 

Wer ist das Volk? Und wer nimmt sich das Recht, in seinem Namen zu sprechen? Warum lassen wir uns von rechtspopulistischer Rhetorik einlullen oder erstarren ohnmächtig davor? Der Spokenword-Künstler Jurczok 1001 liefert eine beissende und poetische Analyse – die unter die Haut geht.

Benjamin Amaru: Sound der neuen Schweiz

Dienstag, 12. März 2019

Von Luana Beerli

 

Fotografie: Flavio Leone

In unserer Artikelreihe “Sound der neuen Schweiz” porträtieren wir junge Musikerinnen und Musiker, die den Soundtrack zur neuen Schweiz liefern. Heute: Singer / Songwriter Benjamin Amaru, der als viel versprechender Newcomer der Schweizer Musikszene gilt. Anfangs Februar 2019 veröffentlichte er seine Debut-EP «Real Fake Rebel».
Luana Beerli hat sich mit Benjamin über dessen Musik, Mehrfachzugehörigkeit und Assimilation unterhalten.

Ein Civil Rights Movement in der Schweiz? Das vergessene Erbe der Mitenand-Bewegung (1974–1990)

Samstag, 13. Oktober 2018

Von Kijan Espahangizi

 

«Die hier versammelten Frauen und Männer, Ausländer und Schweiz, alles Bewohner dieses Landes, fordern das Schweizervolk und die Regierungen, Parlamente und Verwaltungen in Bund, Kantonen und Gemeinden auf, die Maximen der Humanität und Solidarität endlich auch in der Ausländerpolitik unseres Landes zu verwirklichen. [...] Wir fordern eine Politik, die davon ausgeht, dass der Ausländer ein Mensch gleichen Rechts und gleicher sozialer Ansprüche wie der Schweizer ist.»

#DeepDiversity

Glossar
Glossar #NeueSchweiz

 

An dieser Stelle wird das Glossar #NeueSchweiz zukünftig die relevanten Begriffe vorstellen, um Migration, Vielfalt und Rassismus in der Schweiz zu verstehen – fundiert und kritisch. Ausgangslage bilden die beiden Begriffe #NeueSchweiz und #DeepDiversity.

Notunterkünfte im Kt. Zürich -"Wo recht zum Unrecht wird"

Dienstag, 12. Februar 2019

Von Stimmen der neuen Schweiz

 

Notunterkunft im Kanton Zürich.

In den sozialen Medien kursiert seit Wochen ein Video, das die Situation in den sogenannten Notunterkünften für abgewiesene Geflüchtete im Kanton Zürich dokumentiert. Im Video prangern die MacherInnen des Videos die unhaltbaren Zustände dieses Unterbringungstyps an und haben eine Petition lanciert, die die Schliessung dieser Unterkünfte fordert. Wir haben mit den Verantwortlichen des Videos über ihre Motive und Forderungen, aber auch über die Situation der Menschen in den Unterkünften gesprochen.

Geboren um zu bleiben

Mittwoch, 27. März 2019

Von Samira

 

Ich bin die Schweiz, manchmal -
und lebe die Schweiz
wie alle anderen auch....

Warum mich Mani Matter mehr zum Schweizer gemacht hat als meine Einbürgerung

Montag, 15. April 2019

Von Uğur Gültekin

 

Ich bin 1988 im Alter von vier Jahren mit meinen Eltern aus Nordkurdistan über die Mittelmeerroute in die Schweiz geflüchtet. Für mich sollte Mani Matter eine entscheidende Rolle beim Kennenlernen meiner neuen Heimat und bei meiner Sozialisation spielen.

Sound der neuen Schweiz – La Nefera

Montag, 6. Mai 2019

Von Luana Beerli

 

Fotografie von Katharina Halser

In unserer Artikelreihe “Sound der neuen Schweiz” porträtieren wir Musikerinnen und Musiker, die den Soundtrack zur neuen Schweiz liefern. Heute: Rapperin La Nefera. Mit zehn Jahren kam die gebürtige Dominikanerin in die Schweiz, schloss ihr Studium in sozialer Arbeit ab und gilt mit ihrer Musik als eine der relevantesten Rapperinnen der Schweiz.

Luana Beerli hat sich mit La Nefera über Intersektionalität, den Begriff der Heimat und den Sexismus und Rassismus in unserer Gesellschaft unterhalten.

Zugfahren

Mittwoch, 5. Juni 2019

Von Fatima Moumouni

 

Copyright: Corinne Riedener

Schaue aus dem Fenster und scanne die Landschaft,
Sie rast vorbei und doch steht sie still.
Ich setze mich und fahre fort.
Wie alle anderen,
Deren Herkunft und Ziel
Nicht von Belang ist.

Sound der neuen Schweiz – Naomi Lareine

Mittwoch, 26. Juni 2019

Von Luana Beerli

 

Fotografie: Luca Franzoni

In unserer Artikelreihe “Sound der neuen Schweiz” porträtieren wir Musikerinnen und Musiker, die den Soundtrack zur neuen Schweiz liefern. Heute: RnB-Newcomerin Naomi Lareine. Luana Beerli hat sich mit Naomi über Authentizität, Intersektionalität und ihr musikalisches Schaffen unterhalten.

«Für Hunde und Italiener verboten» - Ein Gespräch mit Angelo Maiolino

Montag, 15. Juli 2019

Von Tarek Naguib

 

Angelo Maiolino war Dozent und wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für politische Philosophie der Universität Zürich. Gegenwärtig arbeitet der Familienvater als Gymnasiallehrer an einer Zürcher Kantonsschule. Im Jahr 2011 hat er das Buch „Als die Italiener noch Tschinggen waren“ im Rotpunktverlag publiziert. Drei Jahre später erschien seine Doktorarbeit mit dem Titel „Politische Kultur in Zeiten des Neoliberalismus“ im Transcript Verlag. Tarek Naguib hat Angelo Maiolino getroffen und mit ihm zurückgeschaut auf die Schwarzenbach-Initiative und die Lebensrealitäten von italienischen Gastarbeitern in der Schweiz und gefragt was diese Erfahrungen für die Gegenwart und die Zukunft der Migrationsgesellschaft Schweiz bedeuten.

Profiling und Rassismus im Kontext Sexarbeit: Overpoliced and Underprotected

Donnerstag, 13. Juni 2019

Von Serena O. Dankwa und Christa Ammann Mitarbeit und Vorwort von Jovita dos Santos Pinto

 

©FIZ

Racial Profiling in der Sexarbeit als polizeilich besonders überwachtem Arbeitssektor, in dem Cis- und Trans*frauen überdurchschnittlich vertreten sind, verläuft entlang von spezifischen Praktiken, die sich mit jenen vom bekannteren Verdacht auf Drogen- und Aufenthaltskriminalität nicht immer decken. Dieses Gespräch ist der Versuch, diesen spezifischen Mechanismen und Logiken nachzugehen und somit den Blick auf Racial Profiling zu erweitern.

"Scheinbevölkerung "

Dienstag, 11. September 2018

Von Jurczok 1001 (Text & Performance)

 

Wer ist das Volk? Und wer nimmt sich das Recht, in seinem Namen zu sprechen? Warum lassen wir uns von rechtspopulistischer Rhetorik einlullen oder erstarren ohnmächtig davor? Der Spokenword-Künstler Jurczok 1001 liefert eine beissende und poetische Analyse – die unter die Haut geht.

being here, doing this!
13.September 2019 18:30 – 23:00

 

being here, doing this! – ein Spiel mit der Redensart been there done that! – zeigt Geschichten auf, die wesentlicher Bestandteil der Schweizer Gesellschaft sind, jedoch innerhalb der populären Erzählung und im Kunstbetrieb noch weitgehend oder ganz ausgelassen werden. Der interdisziplinäre Abend befasst sich mit den Themen (Un-) Sichtbarkeit, kulturelle Ausdrucksform, Mythologie, Scham, Fremdsein, Zuschreibung und Zugehörigkeit. Er feiert Geschichten und Werke, die sich inmitten der Mehrheitsgesellschaft entwickeln.

Mit Ahmed Jizawi, Eva Seck, Sumitra Keshava, Martin R. Dean und Legion Seven

Ultimative Story aus dem Krieg

Dienstag, 6. November 2018

Von Milenko Lazić

 

Zastava 128

Vorwort

Gewisse Leute, die ich mit der Zeit kennenlernte, fragten immer, und wie war's, im Krieg zu leben? Was ist das für ein Gefühl, aus einer Kriegsregion zu flüchten? Bitte, erzähl uns ein wenig! Und ich sage dann immer, ja nicht viel besser, als dann anschliessend in der Nähe vom Needlepark zu wohnen. Die ersten Leichen habe ich auf den Strassen von Zürich gesehen. Ja, ja, wir alle kennen den Platzspitz. Wie war's in Bosnien im Krieg? Erzähl's uns!

Friends of INES: #NeueSchweiz will not be televised

Mittwoch, 6. März 2019

Von Mardoché Kabengele & Stimmen der Neuen Schweiz

 

Am Samstag, 02.03.2019 fand in der Kulturbar Werkhof 102 in Bern die erste Mitgliederversammlung des Vereins “Friends of INES” (FRINES) statt. FRINES ist der Unterstützerverein hinter INES und versammelt Menschen, die INES mittragen und supporten wollen. Der FRINES-Vorstand hatte zu dieser Mitgliederversammlung eingeladen. Ziel war es mit den Mitgliedern und Gästen eine Vision für FRINES zu entwickeln. Ein Rückblick auf die Veranstaltung von FRINES-Vorstandsmitglied Mardoché Kabengele.

Color Blind? Ein sehbehinderter POC und seine Erfahrungen mit Rassismus

Mittwoch, 10. April 2019

Von Mardoché Kabengele. Transkribiert und redigiert von Luana Beerli und Ugur Gültekin

 

Für People of Color und Menschen mit Migrationsvordergrund ist Rassismus und Benachteiligung auch in der Schweiz ein nicht wegdiskussierbarer Fakt. Diese Menschen haben Rassismus gespürt, erlebt und gesehen. Für diesen Artikel haben sich “Stimmen der Neuen Schweiz” und der junge Berner Aktivist Mardoché Kabengele die Frage gestellt, wie Rassismus auf einen POC wirkt, für den der Aspekt des Sehens wegfällt. Entstanden ist ein Gespräch mit Lenthe Manukumar Basant, dessen Werdegang eine komplexe globale Migrationsgeschichte darstellt. Lenthe ist seit seinem sechsten Lebensjahr sehbehindert. Ein Gespräch über die persönlichen Ausgrenzungserfahrungen eines blinden POC und seine Sicht auf das System Rassismus.

Ostschweiz mit Migrationsvordergrund. Eine lokale Initiative der Neuen Schweiz im Aufbau

Freitag, 26. April 2019

Von Kollektiv Ostwind

 

Foto von: Zahra Ghafouri

Das noch junge Kollektiv «Ostschweiz mit Migrationsvordergrund» organisierte diesen kürzlich zwei Generationengespräche in den Städten Rorschach und Wil. Menschen aus Einwandererfamilien und mit Migrationsvordergrund aus drei Generationen diskutierten ihre Erfahrungen zu Alltagsrassismus und ihr Engagement für mehr Demokratie. So unterschiedlich ihre Geschichten sind, sie alle haben genug von alten Zöpfen, heiligen Kühen und ausschliessenden Landsgemeinden. Die Gespräche über verschiedenen Generationen hinweg bringen viel Wissen und Erfahrung zusammen, die erlauben, neu und anders über die Schweiz nachzudenken.

#NeueSchweiz

Hautverdächtig – Rassistische Polizeikontrollen auf der Anklagebank

Donnerstag, 16. Mai 2019

Von Mohamed Wa Baile und Ellen Höhne

 

»Hautverdächtig« ist die theatralische Dokumentation und Reinszenierung eines Schweizer Gerichtsfalls zu Racial Profiling, der im Jahr 2015 begann und mittlerweile vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anhängig ist. Dieser experimentelle Text bringt die institutionalisierte Diskriminierungspraxis der Polizei ans Licht, in der täglich Menschen verdächtigt, willkürlich aufgehalten und als Rassisierte ausgeschlossen werden.

Third Space - Eine Webserie von Jil Antener

Montag, 27. Mai 2019

Von Jil Antener

 

Jil Antener beschäftigt sich in ihrer Bachelorarbeit „Third Space“ mit kultureller Hybridität und Transkulturalität. Sie nähert sich diesen Themen mit Videoportraits zu vier unterschiedlichen Protagonistinnen. Wir möchten der jungen Studentin auf unserem Blog Raum geben, ihre Arbeit zu reflektieren und zu veröffentlichen.

Frauenstreik 2019 – Der Kampf ist intersektional

Mittwoch, 19. Juni 2019

Von Inés Mateos

 

Die grosse Mobilisierung am 14. Juni 2019 darf deshalb auch als ein Zeichen für eine Schweiz der Vielfalt und der Gleichberechtigung gesehen werden – nicht nur zwischen den Geschlechtern. In diesem Sinne darf der Frauenstreik 2019 auch als erster intersektionaler Streiktag der Schweiz gelten. Das ist neu und stimmt hoffnungsvoll.

Brennende Unschärfe - offener Brief an Bundesrätin Simonetta Sommaruga

Freitag, 21. September 2018

Von Paola De Martin

 

Die Autorin, heute ETH-Doktorandin, im Alter von 11 Jahren mit ihrem Vater, Rodolfo De Martin, Bauarbeiter, an einer Festa degli emigranti in der Nähe von Zürich (1976). Fotographie: Privates Archiv der Autorin. Copyright Paola De Martin.

„Natürlich sollten wir zum Beispiel den ETH-Professoren aus dem Ausland das Recht geben, mit ihren Kindern in die Schweiz zu kommen, aber doch nicht den Arbeitern auf dem Bau und in der Landwirtschaft oder den Leuten im Gastgewerbe. Das ist doch nicht nötig, von denen gibt es ja genug.“

– Luzi Stamm, SVP-Vertreter, in einem Interview mit Radio SRF, nach der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative, 2014.

Dawill: “Die Schweiz ist nüchtern betrachtet meine Heimat”

Montag, 3. September 2018

Von Uğur Gültekin

 

Fotografie: Jojo Schulmeister

Lange waren die Aushängeschilder der Schweizer Rap-Szene weiss, schweizerisch und mittelständisch. Spätestens seit dem Auftauchen der Berner Formation S.O.S. vor einigen Jahren hat sich das geändert. Die Crew um die beiden Rapper Dawill und Nativ verkörpert eine neue Schweizer Realität. Eine Realität in der Mehrfachzugehörigkeiten und transnationale Lebenswelten nichts Exotisches, sondern vor allem einfach eins sind: Normalität. Uğur Gültekin hat sich mit Dawill über den Begriff der Heimat, sein Umfeld in Bern, seine Beziehung zur DomRep und die Perspektiven auf eine #NeueSchweiz unterhalten.

Benjamin Amaru: Sound der neuen Schweiz

Dienstag, 12. März 2019

Von Luana Beerli

 

Fotografie: Flavio Leone

In unserer Artikelreihe “Sound der neuen Schweiz” porträtieren wir junge Musikerinnen und Musiker, die den Soundtrack zur neuen Schweiz liefern. Heute: Singer / Songwriter Benjamin Amaru, der als viel versprechender Newcomer der Schweizer Musikszene gilt. Anfangs Februar 2019 veröffentlichte er seine Debut-EP «Real Fake Rebel».
Luana Beerli hat sich mit Benjamin über dessen Musik, Mehrfachzugehörigkeit und Assimilation unterhalten.

INES