Blog

Grenzerfahrungen – Ein Bericht einer postmigrantischen Schweizerin

mercoledì, 1. luglio 2020

Da Lucía Aguilar, Mitglied INES Institutsleitung, redigiert von Christoph Damke, Maria-Cecilia Quadri und Tarek Naguib.

 

Seit dem 15. Juni sind die Grenzen in Europa wieder geöffnet. Ein Rückblick einer postmigrantischen Schweizerin, die während Corona von Costa Rica über die Schweiz bis nach Hamburg gelangt ist.

Corona hat die Grenzen wieder sichtbarer gemacht. Zu dieser Erkenntnis bin ich gekommen, als ich Anfang März das Aufbranden der Corona-Krise beobachtete. Damals befand ich mich in San José (Costa Rica) und machte ein Praktikum am Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte. Umgeben von den verschiedensten Nationalitäten, erschien mir die Welt grenzenlos, während ich an dem regionalen Gerichtshof arbeitete. Dies änderte sich, als die ersten Corona Fälle in Lateinamerika auftauchten. Besorgt hatten wir die Entwicklungen in Europa beobachtet, und die verschiedenen Länder begannen, zum Teil strenge Massnahmen einzuführen. Dazu gehörte insbesondere, dass reihenweise die Grenzen dicht gemacht wurden. Nachrichten häuften sich von Reisenden, die an Flughäfen strandeten oder in einem anderen Land festsassen. So ging es auch einigen meiner, denn mit der Zeit wurde klar, dass das Rückkehren in das Heimatland schwerer würde als gedacht. Immer mehr Flüge wurden gestrichen oder konnten nicht abheben, weil das Anflugland niemanden mehr reinlassen wollte. Auch wenn das Schliessen von Grenzen aus verschiedenen Gründen seine Berechtigung gehabt haben dürfte, waren meine Mitpraktikant*innen und ich schockiert darüber. War dies doch ein krasser Einschnitt in unsere Bewegungsfreiheit und stellte eine komplett neue Lebensrealität dar. Auch hatte ich das Empfinden, dass die Grenzschliessungen symptomatisch zu der momentanen Stimmung beitrugen. Anstatt als Welt- und Staatengemeinschaft an einem Strang zu ziehen, schien die internationale Solidarität passé zu sein - eine Entwicklung, die sich jedoch schon vor Corona abzeichnete. Selbst unter uns Praktikant*innen sprachen wir nun mehr von Nationalitäten als von Individuen, da gemäss dieser Einteilung Informationen bezüglich der Rückreise gültig waren. Unsere Nationalitäten entschieden darüber, ob wir rückreisen konnten oder nicht. In dem Zusammenhang bereitete mir die Schliessung der EU Aussengrenze und darauffolgend auch der Binnengrenzen einige Probleme. Hatte ich mich davor immer dazu gerechnet, wurde mir nun unsanft klar gemacht, dass ich Schweizerin bin und nicht dazu gehörte. Die faktische Ausserkraftsetzung der europäischen Freizügigkeit, erschwerte mir nicht nur die Rückreise, sie stellte für mich – als Person, die eine bi-nationale Beziehung führt – einen schwer hinnehmbaren Eingriff dar.

Einschränkung der Bewegungsfreiheit

Mein ursprünglicher Rückflug wäre zurück nach Deutschland gegangen, weil ich da vor meinem Aufenthalt in Costa Rica für eine Zeit gelebt hatte. Meine Reisevermittlung war jedoch überzeugt, dass ich als Schweizerin nicht in die EU einreisen könne. Auf dringende Empfehlung des Auswärtigen Amtes Deutschlands musste ich mir schliesslich einen direkten Flug in die Schweiz besorgen. Dies änderte jedoch nichts an dem Wunsch, nach Deutschland zurückzukehren, denn dort war mein Lebensmittelpunkt, und da wollte ich auch hin. Der Plan war, dass ich zuerst zurück nach Basel kehren würde und nach zwei Wochen Quarantäne dann versuchen würde, über die Grenze zu kommen. Während der Tage bis zum Flug wurde mir langsam klar, dass dies nicht so einfach werden würde. Nach und nach las ich von Zäunen bei der grünen Grenze, unzähligen Rückweisungen an den Grenzübergängen und schliesslich von Helikoptern, welche die Grenzen abflogen. Diese mir dystopisch anmutenden Tage schienen zu entlarven, dass meine Schweizer Sozialisation bereits utopisch gewesen war – als erste Generation nach vielen konnte ich mich, dank dem Schengen Abkommen, in der Basler Grenzregion uneingeschränkt bewegen. Neben willkürlichen Linien bestand meine einzige Wahrnehmung von Grenzen aus dem «Willkommen in Deutschland»-Schild. Ihre Intensität bemerkte ich lediglich zu Passkontrollen bei Familienbesuchen in Lateinamerika. So erinnere ich mich noch heute, wie mein Völker- und Europarechtsprofessor bei einer Studienreise absolut begeistert war. «Seht Ihr, keine Grenzkontrollen!» – Die Städte Brüssel, Luxemburg und Strassburg trennten lediglich die territorialen Entfernungen zueinander. Damals realisierte ich noch nicht, wie besonders dieser Umstand war.

Unbekannte Fremdheitsgefühle in Deutschland

Nachdem ich in der Schweiz ankam, suchte ich täglich nach Informationen, wie ich doch noch nach Hamburg kommen könnte. Da ich mich nie umgemeldet hatte und ich auch nicht verheiratet war, konnte ich nicht einfach die Grenze überqueren. Doch der Druck zu handeln stieg, als ich vernahm, dass die Grenzschliessung weiter verschärft werden sollte. Der Plan war, früh am nächsten Morgen den Grenzübertritt zu wagen. In der Erwartung mässiger Erfolgschancen verabschiedete ich mich am Abend von den lieben Menschen, die mich aufgenommen hatten, und verliess am nächsten Morgen die Wohnung mit den Worten: «Ich bin gleich wieder da und putze dann das Treppenhaus». Was ich letzten Endes jedoch nie tat, denn nach längerem Feilschen mit der deutschen Bundespolizei und einem vorgewiesenen Untermietvertrag gelang es mir unfassbarerweise, die Grenze zu überqueren. Während ich nach Hamburg fuhr und die Landschaften an mir vorbeiziehen sah, liess ich die letzten Wochen Revue passieren. Das Aufbranden der Corona Pandemie, das unterschiedliche Agieren der Länder, deren klarer Fokus auf ihrem eigenen Wohl lag und die zum Teil überstürzten Lockdowns. Ich dachte über die Verlierer*innen der Krise nach, über die abertausenden Wanderarbeiter*innen, die auf der ganzen Welt feststeckten und vergessen worden sind. Über die flüchtenden Menschen, die in dieser Zeit nicht aus den elenden Camps evakuiert worden sind. Darüber, wie die Krise von Autokraten genutzt wurde, um für sie lästige demokratische Kontrollmechanismen aus dem Weg zu schaffen oder über die illegale Abholzung des Regenwaldes in Lateinamerika, die aufgrund der Krise ungeahnte Ausmase angenommen hat. Auch habe ich schmerzhaft an die alarmierenden Nachrichten von Menschenrechtsorganisationen gedacht, welche darauf aufmerksam gemacht haben, dass die Krise gerade genutzt wird, um unliebsame Verteidiger*innen der Erde und der Menschenrechte aus dem Weg zu schaffen. Oder wie dieses so angeblich gleichsetzende Virus die Schere zwischen Arm und Reich und dem Unterschied zwischen dem globalen Norden und dem globalen Süden so offenkundig aufzeigte.

Was ist mit der internationalen Solidarität?

Während all' diese verschiedenen Prozesse zerstückelt erscheinen, bedingen sie sich doch gegenseitig. Durch die Interkonnektivität von globaler Wirtschaft und Politik erwachsen aus nationalen Entscheidungen internationale Auswirkungen. In diesem Lichte fragte ich mich wieder, ob die Grenzschliessung und die Rückziehung aus jeglicher internationalen Zusammenarbeit der richtige Weg sei. Es mag sein, dass Krisen auf den ersten Blick im nationalen Rahmen besser zu bewältigen sind. Dennoch handelt es sich dabei um ein globales Phänomen, welches transnational bekämpft werden müsste. Nichtsdestotrotz fiel die Solidarität einem Kampf um Schutzkleidung und Masken zwischen den verschiedenen Nationen zum Opfer. Damit verbunden fand ein Entzweien und Entfremden statt, welches die grundsätzliche Einheit angriff, eine Einheit, die unter anderem in Europa durch die Personenfreizügigkeit und das Schengen-Abkommen gefördert wurde. Ein Abkommen, das Grenzen zumindest für die Bürger*innen der Mitgliedstaaten verschwinden lassen sollte. Grenzen zwischen Nationen, Grenzen auf den Karten, zwischen den Menschen und vor allem in unseren Köpfen. So war das Projekt Nachkriegseuropa, in jeder seiner Ausgestaltungen, immer ein Friedensprojekt. Diese erhoffte nachhaltige Einheit wird jedoch immer wieder durch Grenzen in unseren Köpfen zum Bröckeln gebracht. Dies haben auch wieder die Massnahmen um Corona verdeutlicht. Die Grenzschliessungen liessen diese unsichtbaren Barrieren im Kopf wieder auferstehen. Schleichend. Doch, wo Frankreich, Deutschland, Italien – ja, Europa einst vertraut waren, wurde nun jede*r wieder zum Fremden. So fühlte auch ich mich plötzlich fremd, als ich die Grenze zum mir vertrauten Deutschland passierte. Auch wenn ich über den ordentlichen Grenzübertritt am Badischen Bahnhof gegangen war, löste mein Bitten um Durchgang ein Gefühl des blossen Duldens aus. In Freiburg war ich ein zweites Mal von der Bundespolizei kontrolliert worden und hatte dabei Panik, ob ich nun wieder zurückgeschickt werden würde. Dadurch, dass die Grenzen grundsätzlich geschlossen waren, hatte ich ein Gefühl entwickelt, als wäre ich nicht berechtigt, da zu sein.

Verhaltensänderung - oder: die tägliche Lebensrealität von Tausenden in der Schweiz

Plötzlich begann ich Acht zu geben nicht aufzufallen. Lieber nicht ohne Bahnticket zu fahren – obwohl der HVV (Hamburger Verkehrsverbund) gesagt hatte, dass er zurzeit nicht kontrolliere. Auch in der Abenddämmerung ohne Fahrradlicht zu fahren, war mir sehr unangenehm, nicht nur weil es gefährlich ist, sondern weil man von der Polizei angehalten werden kann. Auch mein Fernbleiben von einer Seebrücken-Demo – Corona-konform mit 2 Metern Abstand – hatte damit zu tun, dass ich jeglichen Kontakt mit der Polizei vermeiden wollte. Dabei realisierte ich, dass das alles auch Verhaltensweisen sind, die ich von Freund*innen, die Sans-Papiers sind, geschildert bekommen habe. Im Gegensatz zu Ihnen hatte ich jedoch jederzeit die Möglichkeit, in die Schweiz, in mein Heimatland zurückzukehren und mich in der Schweiz frei zu bewegen, ohne Angst vor negativen Konsequenzen. Ich hatte das Wissen in meinem Rücken, dass sich diese Situation nicht ewig weiterziehen würde und auch, dass die bilateralen Verträge zwischen der Schweiz und der EU weiterhin gültig sind (zumindest solange die Schweiz in der Zukunft dementsprechend abstimmen wird). Auch würde ich bei einer Kontrolle nicht damit rechnen müssen, dass ich abgeschoben werden würde. In diesem Lichte kam diese Erfahrung der Ausgrenzung höchstens einem touristisch naiven Einblick gleich. Trotzdem habe ich das erste Mal ansatzweise eine Idee davon, wie gross meine Privilegien als Schweizerin wiegen. Sans-Papiers und Migrant*innen in der Schweiz müssen tagtäglich damit kämpfen, fremd zu sein, und sind höchstens geduldet, wenn nicht oft sogar unerwünscht. Gleichzeitig funktioniert die Schweiz nicht ohne Migrant*innen. Neben dem Fakt, dass die Schweiz schon lange nicht mehr nur aus einem Bergvolk besteht, sondern eine diverse und kulturell fluide Gesellschaft darstellt, wird ein Grossteil der Care-Arbeit wie auch andere Teile des Niedriglohn-Sektors von Migrant*innen übernommen. So schaffen die willkürlichen Linien auf dem Globus sozial-politische Grenzverläufe in unserer Schweizer Gesellschaft. Dementsprechend wird begrenzt, wer arbeiten darf, wem Familiennachzug gestattet wird, wer wählt, kurz gesagt: wer willkommen ist oder immer fremd bleiben wird. Das Ausländer- und Asylgesetz bleibt eine ökonomische Kalkulation, welche sich an willkürlichen Linien orientiert. Und je nach politischer Stimmung werden diese Linien wieder verschärft. Europa ist von dieser Regel keine Ausnahme. Während das ursprüngliche Friedensprojekt ein Europa ohne Grenzen als Lösung transnationaler Probleme versprach, ist mittlerweile fraglich, was aus diesem europäischen Traum ohne Grenzen geworden ist. Haben wir die Grenzen tatsächlich überwunden oder nicht viel mehr nur aus unserem Sichtfeld getragen? Wie auch in unserer Gesellschaft manifestieren sich an unseren Dublin-III Aussengrenzen jene Teilungen von Gewohnt und Fremd. Dieser Ursprung von Xenophobie und Rassismus rechtfertigt heute die Gewalt gegen andere Menschen, ohne auch nur ein Minimum an Menschenrechten zu berücksichtigen. Das Verfahren an den europäischen Aussengrenzen ist bezeichnend für die postkoloniale Werteordnung in der modernen Aussenpolitik des globalen Nordens. Marktwirtschaftlich geführt wie ein Unternehmen, werden die Kosten dabei externalisiert und Gewinne internalisiert.
Im Rahmen des Schengen-Abkommens bleiben die Kostenträger jene, die nie davon begünstigt worden sind. Grenzen bestanden für sie immer.
Für die privilegierten Bürger*innen Europas hat Covid-19 indes ein erstes Mal - zumindest für eine kurze Zeit - die Grenzen wieder sichtbar sowie fassbar gemacht. Und während die Schweiz erleichtert aufatmet, dass der Gran Canaria-Urlaub gerettet ist, harren noch immer tausende Menschen in den Flüchtlingscamps aus, wagen es auf das Mittelmeer und werden von der griechischen Küstenwache in illegalen Pushback-Aktionen wieder aufs Meer geschoben.

Fraglich ist, ob in Zeiten sich auflösender Grenzen zwischen Wirtschaftssystemen, Rechtssystemen und Kulturen nicht auch zwangsläufig überlegt werden müsste, ob ein internationales Bürgerrecht zeitgemässer wäre. Neben der Beendigung von den menschenverachteten Praktiken an den Aussengrenzen, könnte solch ein Bürgerrecht die Klassengesellschaft, die durch die verschiedenen Ausweise erwächst, aufgebrochen werden. Des weiteren würde es wohl ermöglichen der Interkonnektivität der verschiedenen Länder besser gerecht zu werden.

 

 

23... 24... 25... und Action! #NeueSchweiz am Filmfestival Locarno - Interview mit der Künstlerin Nora Longatti

lunedì, 8. agosto 2022

Da Mardoché Kabengele

 

Wer die Neue Schweiz sehen möchte, muss nie weit schauen. Sie ist überall, von lernend und zuhörend bis ausbildend, kritisch, kritikfähig und mitredend. Ein Kurzvideo der Filmemacherin Nora Longatti, das am Filmfestival in Locarno gezeigt wurde, spielt darauf an. Das Video ist Teil einer Krypto-Briefmarken-Serie der Schweizerischen Post.

#DeepDiversity

#NeueSchweiz – im postmigrantischen Basel: Vergangenheit Erinnern. Zukunft gestalten.
13.agosto 2022 18:35 – 18:35

 

Glossario
Glossario #Nuova Svizzera

 

Il glossario #NuovaSvizzera è una raccolta di concetti che ci aiutano a capire meglio alcuni eventi sociali intorno alla migrazione, alla diversità e al razzismo in Svizzera - fondati, critici e a più voci. Questi non sono concetti statici, ma idee che sono in costante movimento. La collezione inizia con le due voci #NuovaSvizzera e #DeepDiversity. Nei mesi seguenti, ne verranno aggiunti altri in modo continuativo.

Kritik der Biologie: Othering, Race und ihre Verknüpfung zu «Körper»

mercoledì, 8. giugno 2022

Da Tino Plümecke

 

Sind Rassismen heutzutage vor allem kulturalistisch? Ist biologischer Rassismus entsprechend heute nicht mal mehr am rechten Rand gängig, weil auch dort eher von einer essentiellen Diversität der Kulturen ausgegangen wird? Aufbauend auf dem Beitrag von Cenk Akdoganbulut zu Rassismus ohne «Rasse» wird in diesem Essay der Frage nachgegangen, welche Rolle Biologie in gegenwärtigen Rassifizierungen und Rassismen spielt und dafür plädiert, Kultur und Biologie nicht als Entweder-oder, sondern als üblicherweise verknüpft zu fassen.

Tour de Nouvelle Suisse – Mein Postmigrantisches Basel
22.ottobre 2022 14:00

 

Rassismus ohne «Rasse» - die Fallstricke der neurechten Diskursverschiebung

mercoledì, 1. giugno 2022

Da Cenk Akdoganbulut

 

Ausschnitt eines Bildes von: ©Claude Zurcher, notrehistoire.ch.

Der Historiker Cenk Akdoganbulut widmet sich in seinem aktuellen Beitrag kulturalistischen Ausprägungen des Rassismus in der Schweiz: Ist es rassistisch von der Unterschiedlichkeit von Kulturen zu sprechen? Kommt der Rassismus von den rechtsextremen Rändern der Gesellschaft? Nach dem Zweiten Weltkrieg fand nicht nur ein Wandel des Rassismus, sondern auch des rechtsradikalen Spektrums statt. Die Wechselwirkungen zwischen diesen beiden Entwicklungen werden aber oft unbeachtet gelassen.

Vor Gericht die Schweizer Migrationspolitik ändern? Eine Debatte über Möglichkeiten und Grenzen des Rechtswegs zur Erreichung politischer Fortschritte

giovedì, 19. maggio 2022

Da Fanny de Weck & Tarek Naguib

 

Fanny de Weck und Tarek Naguib diskutieren über die Möglichkeiten und Grenzen des Rechts im Kampf um ein Ausländer-, Asyl- und Bürgerrecht frei von Willkür und dafür mehr Gerechtigkeit. Dabei sind sie sich nicht immer einig, was mit einem Rechtsstreit vor Gericht erreicht werden kann und was nicht: wo seine Potenziale und wo seine Grenzen liegen? Letztlich geht es ihnen aber beiden darum, dass die Grund- und Menschenrechte von Menschen mit Migrationsgeschichte und Rassismuserfahrung auch umgesetzt werden - und dafür muss gekämpft werden.

TRAJECTORIES OF STRUGGLE. MIGRATION, BORDERS AND THE POLITICS OF FREEDOM OF MOVEMENT AT THE EU’S MARITIME FRONTIERS

sabato, 7. maggio 2022

Da Charles Heller

 

Film still from Home Sweet Home (2009).

Charles Heller schreibt in seinem englischsprachigen Beitrag im HANDBUCH NEUE SCHWEIZ zum europäischen Grenzregime: «In dem Versuch, das Mittelmeer zu kontrollieren, haben die europäischen Küstenstaaten, zu denen sich später Frontex (die europäische Grenzschutzagentur) und eine wachsende Zahl internationaler Militäroperationen gesellten, ein breites Spektrum an militärischen Grenzdurchsetzungspraktiken und -techniken eingesetzt, um die Bewegungen der Migranten einzudämmen und zu kanalisieren, wodurch das Meer zu einer riesigen Grenzzone wurde.»

Zum 1. Mai 2022 - 20 Jahre Second@s

domenica, 1. maggio 2022

Da Halua Pinto de Magalhães

 

Vor 20 Jahren machte die damalige Zürcher Polizeivorsteherin Esther Maurer die «Secondo», die Jugendlichen der sogenannten zweiten Ausländer*innengeneration, für die Ausschreitungen im Nachgang des 1. Mai Umzugs verantwortlich. Der Begriff «Secondo», der von den Medien bereitwillig aufgenommen wurde, stand fortan für ein angeblich vorhandenes gesellschaftliches Problem. Als Reaktion darauf schlossen sich verschiedene Personen der «zweiten Ausländer*innengeneration» zusammen mit dem Ziel, den Begriff erneut mit einer positiven Bedeutung zu versehen und auf die Diskriminierung von Seconda/Secondo aufmerksam zu machen.

Antirassismus in the Making. Ein Werkstattgespräch - Teil 2

sabato, 30. aprile 2022

Da Rahel El-Maawi, Rohit Jain, Franziska Schutzbach, Tarek Naguib

 

Die Arbeit des Institut Neue Schweiz INES ist vom Wunsch geprägt, laufende Debatten zu Migration, Diversität und Antirassismus zu dokumentieren, verschiedene Ansätze in Austausch zu bringen und offene strategische Fragen zu diskutieren. Im Teil 1 des Gesprächs zu Antirassismus in the Making thematisierten Rahel El-Maawi, Franziska Schutzbach, Tarek Naguib und Rohit Jain Fragen rund um Identitätspolitik, Repräsentation und Intersektionalität und verbinden diese miteinander. Hier ist nun die Fortsetzung der Diskussion.

Einblick in die Vernissagen zum HANDBUCH NEUE SCHWEIZ - mit Ausblick ins kommende Jahr

giovedì, 23. dicembre 2021

Da Institut Neue Schweiz

 

In diesem letzten Blog-Beitrag im 2021 geben wir einen Einblick in die vier Vernissagen zum jüngst erschienenen HANDBUCH NEUE SCHWEIZ. Uns war es wichtig, Themen aufzugreifen, die das Institut Neue Schweiz INES auch im kommenden Jahr beschäftigen werden: ein neues Bürgerrecht, eine vielstimmige Bürger:innenschaft, diskriminierungsfreie Teilhabe und eine Schweiz, die für ihr globales Handeln Verantwortung übernimmt.

#NuovaSvizzera

Demokratie und Vielfalt in der Kultur – eine kulturpolitische Debatte

venerdì, 10. settembre 2021

Da Anisha Imhasly

 

Gruppenbild im Anschluss an die kulturpolitische Debatte, Gessnerallee Zürich, Juni 2021

An einem Samstagnachmittag anfangs Juni fanden sich rund fünfzig Menschen in der Gessnerallee Zürich ein, um auf Einladung von INES unter dem Titel „Demokratie und Vielfalt in der Kultur – eine kulturpolitische Debatte“ zu erfahren, wie es um diese Vielfalt in der Kultur bestellt ist. Dies vor dem Hintergrund eines zentralen Anliegens seitens INES: Nämlich, dass sich die demografische Realität der Schweiz in seinen Institutionen – etwa in Politik und Verwaltung, Recht, Medien, Bildung und Kultur – viel stärker abbilden muss. Was hier folgt, ist eine subjektive Einordnung der Diskussionen bzw. einige weiterführende Gedanken zum Thema.

Aktion Vierviertel – Wer hier lebt, soll ein Recht auf Einbürgerung haben!

domenica, 20. giugno 2021

Da Institut Neue Schweiz

 

Bündnis für einen mutigen Gesellschaftsentwurf

Ein Viertel der Schweizer Bevölkerung hat keine Schweizer Staatsangehörigkeit, obwohl sie in der Schweiz zum gemeinschaftlichen Leben beitragen. Dies möchte der Verein Aktion Vierviertel ändern. Die Aktion Vierviertel wurde von einem zivilgesellschaftlichen Bündnis, das von INES unterstützt wird, angestossen und aufgebaut. Sie fordert das automatische Bürgerrecht für alle, die hier geboren sind, und ein Grundrecht auf Einbürgerung für die, die seit vier Jahren hier leben.

«We Talk. Schweiz ungefiltert» - die Talkshow mit Migrationsgeschichte am Frauen*streik

martedì, 15. giugno 2021

Da Stimmen der Neuen Schweiz

 

Feministische Aktionstage 2021, Fotos: raumsinn | dani fels

«We Talk. Schweiz ungefiltert» wurde im Frühling 2021 vom Förderverein des Institut Neue Schweiz, dem Berner Rassismus Stammtisch und dem Kollektiv Ostwind - Ostschweiz mit Migrationsvorsprung ins Leben gerufen. Bei We Talk sprechen Menschen mit Migrationsgeschichte und Rassismuserfahrung miteinander: «Ungefiltert, reflektiert und kritisch.» Gestern wurde im Rahmen des Frauen*streiks die zweite Folge lanciert.

Institutionelle Öffnung der Kulturhäuser - Erfahrungen und Empfehlungen

giovedì, 3. giugno 2021

Da Inés Mateos

 

Im 2019 starteten das Literaturhaus und die Kaserne Basel mit dem Institut Neue Schweiz INES das Projekt Atelier Neue Schweiz Basel, bei dem die Öffnung hin zur postmigrantischen Schweiz der beiden Kulturhäuser im Zentrum stand. Über den angestossenen Transformationsprozess spricht Inés Mateos von INES mit Sandro Lunin, dem Leiter Kaserne Basel, und mit Katrin Eckert, der Leiterin des Literaturhaus Basel. Hier kann das Gespräch angesehen werden. Auf der Grundlage der Erfahrungen des Projekts sind zehn Empfehlungen erarbeitet worden.

In der Schweiz Zuhause – ausgeschafft in ein fremdes Land

domenica, 30. maggio 2021

Da Institut Neue Schweiz und Demokratische Juristinnen und Juristen Zürich

 

Babak Fargahi, Rechtsanwalt

In der Schweiz können seit je her Menschen, die hier geboren und aufgewachsen sind, ausgeschafft werden. Nur weil sie den Schweizer Pass nicht besitzen. Mit Annahme der Ausschaffungsinitiative und Verschärfungen im Bürgerrecht hat sich die Situation noch mehr verschlechtert. Rechtsanwalt Babak Fargahi, Filmhistorikerin Marcy Goldberg, Buket Bicer-Zimmermann, Schwester eines in die Türkei ausgeschafften Secondo, und Ständerat Paul Rechsteiner haben am 24. Mai 2021 im Rahmen der Veranstaltungsreihe Kosmopolitics über diese Missstände gesprochen. Hier kann das Video angesehen werden.

«Was hat dein Name für eine Sprache?»

giovedì, 20. maggio 2021

Da Cathrine Lutz, Co-Leiterin Projekt «Schul-Geschichte der Neuen Schweiz»

 

Postmigrantische Schulgeschichten der Neuen Schweiz - Mitwirkende an der Geschichtensammlung erzählen von ihren Erlebnissen in der Schule.

Junge Muslim*innen zwischen Teilhabe und Rechtfertigungsdruck

giovedì, 15. aprile 2021

Da Asmaa Dehbi

 

Am 7. März 2021 hat die Schweizer Stimmbevölkerung über die Volksinitiative «Ja zum Verhüllungsverbot» abgestimmt. An einem Freitagabend kurz vor der Abstimmung sprechen junge Muslim*innen auf der Zürcher Jugendplattform «Project Träff» darüber, wie sie die Diskussionen rund um das Thema Verhüllung wahrnehmen.

LETTERA APERTA AL CONSIGLIO FEDERALE DELLA SVIZZERA: LE DIFFICOLTÀ ECONOMICHE IN TEMPO DI CRISI A CAUSA DEL CORONAVIRUS NON DEVONO METTERE A REPENTAGLIO IL PERMESSO DI RESIDENZA E LA NATURALIZZAZIONE - ANCHE IN QUESTO CASO SIAMO SOLIDALI!

venerdì, 1. maggio 2020

Da INES Istituto Nuova Svizzera

 

La pandemia del coronavirus non è solo una crisi sanitaria, ma anche sociale ed economica. Molte persone sono minacciate dalla disoccupazione, dipenderanno dall'aiuto sociale e dovranno indebitarsi, anche in Svizzera. Ciò ha enormi conseguenze finanziarie e sociali, ma anche - cosa che molti non sanno - legali. Il criterio dell'"integrazione economica" svolge un ruolo decisivo nelle decisioni relative al permesso di residenza e alla naturalizzazione. La pandemia del coronavirus è quindi una minaccia esistenziale per molte persone. Ciò riguarda potenzialmente un quarto della popolazione residente che non ha la cittadinanza svizzera, ma che sostiene e contribuisce a costruire il paese quotidianamente.

Tradition und Identität im Kontext postkolonialer Verstrickungen

venerdì, 6. marzo 2020

Da Halua Pinto de Magalhães

 

"Protestdemo" von FasnächtlerInnen - August 2018 (Quelle: Tageswoche, Hans-Jörg Walter)

Aufgrund des Corona-Virus wurde dieses Jahr unter anderem die Basler Fasnacht abgesagt. Die Kritik der antirassistischen Bewegung an der Fasnacht bleibt. Es stellt sich insbesondere immer noch die Frage, weshalb diese sogenannten Traditionen sowohl bei ihren Kritikern, als auch bei eingeschworenen FasnächtlerInnen so viele Emotionen auslösen. Halua Pinto de Magalhães sucht auf dem INES Blog „Stimmen der Neuen Schweiz“ nach antworten.

Für alle Menschen, die hier leben und die noch kommen werden

lunedì, 15. giugno 2020

Da INES Institut Neue Schweiz

 

Seit George Floyd durch rassistische Polizeigewalt in den USA ums Leben gebracht wurde, ist die Solidarität mit der Black Lives Matter-Bewegung auch in der Schweiz deutlich spürbar, in öffentlichen Debatten, auf der Strasse und persönlichen Gesprächen. Das Institut Neue Schweiz (INES) solidarisiert sich mit diesen Protesten und dem Kampf gegen einen spezifischen anti-Schwarzen Rassismus.

L’importanza dei suoni nell’universo della clandestinità

lunedì, 8. agosto 2022

Da Erik Altorfer, illustrazioni: Nando von Arb

 

Negli anni ’60, i miei suoceri sono emigrati dall’Italia nella Svizzera tedesca; una grande povertà li ha costretti a fare questo passo. Quando la loro figlia Paola nacque a Zurigo, la polizia degli stranieri, come sempre in questi casi, contattò la famiglia: la bambina avrebbe dovuto lasciare il paese dopo tre mesi, il suo soggiorno era illegale. La madre ha dovuto portare il neonato da suo fratello in Italia, un lungo viaggio in treno, il ritorno, da sola, ricorda la madre, «è stato terribile».

23... 24... 25... und Action! #NeueSchweiz am Filmfestival Locarno - Interview mit der Künstlerin Nora Longatti

lunedì, 8. agosto 2022

Da Mardoché Kabengele

 

Wer die Neue Schweiz sehen möchte, muss nie weit schauen. Sie ist überall, von lernend und zuhörend bis ausbildend, kritisch, kritikfähig und mitredend. Ein Kurzvideo der Filmemacherin Nora Longatti, das am Filmfestival in Locarno gezeigt wurde, spielt darauf an. Das Video ist Teil einer Krypto-Briefmarken-Serie der Schweizerischen Post.

#DeepDiversity

Glossario
Glossario #Nuova Svizzera

 

Il glossario #NuovaSvizzera è una raccolta di concetti che ci aiutano a capire meglio alcuni eventi sociali intorno alla migrazione, alla diversità e al razzismo in Svizzera - fondati, critici e a più voci. Questi non sono concetti statici, ma idee che sono in costante movimento. La collezione inizia con le due voci #NuovaSvizzera e #DeepDiversity. Nei mesi seguenti, ne verranno aggiunti altri in modo continuativo.

Tour de Nouvelle Suisse – Mein Postmigrantisches Basel
22.ottobre 2022 14:00

 

Vor Gericht die Schweizer Migrationspolitik ändern? Eine Debatte über Möglichkeiten und Grenzen des Rechtswegs zur Erreichung politischer Fortschritte

giovedì, 19. maggio 2022

Da Fanny de Weck & Tarek Naguib

 

Fanny de Weck und Tarek Naguib diskutieren über die Möglichkeiten und Grenzen des Rechts im Kampf um ein Ausländer-, Asyl- und Bürgerrecht frei von Willkür und dafür mehr Gerechtigkeit. Dabei sind sie sich nicht immer einig, was mit einem Rechtsstreit vor Gericht erreicht werden kann und was nicht: wo seine Potenziale und wo seine Grenzen liegen? Letztlich geht es ihnen aber beiden darum, dass die Grund- und Menschenrechte von Menschen mit Migrationsgeschichte und Rassismuserfahrung auch umgesetzt werden - und dafür muss gekämpft werden.

Zum 1. Mai 2022 - 20 Jahre Second@s

domenica, 1. maggio 2022

Da Halua Pinto de Magalhães

 

Vor 20 Jahren machte die damalige Zürcher Polizeivorsteherin Esther Maurer die «Secondo», die Jugendlichen der sogenannten zweiten Ausländer*innengeneration, für die Ausschreitungen im Nachgang des 1. Mai Umzugs verantwortlich. Der Begriff «Secondo», der von den Medien bereitwillig aufgenommen wurde, stand fortan für ein angeblich vorhandenes gesellschaftliches Problem. Als Reaktion darauf schlossen sich verschiedene Personen der «zweiten Ausländer*innengeneration» zusammen mit dem Ziel, den Begriff erneut mit einer positiven Bedeutung zu versehen und auf die Diskriminierung von Seconda/Secondo aufmerksam zu machen.

Einblick in die Vernissagen zum HANDBUCH NEUE SCHWEIZ - mit Ausblick ins kommende Jahr

giovedì, 23. dicembre 2021

Da Institut Neue Schweiz

 

In diesem letzten Blog-Beitrag im 2021 geben wir einen Einblick in die vier Vernissagen zum jüngst erschienenen HANDBUCH NEUE SCHWEIZ. Uns war es wichtig, Themen aufzugreifen, die das Institut Neue Schweiz INES auch im kommenden Jahr beschäftigen werden: ein neues Bürgerrecht, eine vielstimmige Bürger:innenschaft, diskriminierungsfreie Teilhabe und eine Schweiz, die für ihr globales Handeln Verantwortung übernimmt.

Aktion Vierviertel – Wer hier lebt, soll ein Recht auf Einbürgerung haben!

domenica, 20. giugno 2021

Da Institut Neue Schweiz

 

Bündnis für einen mutigen Gesellschaftsentwurf

Ein Viertel der Schweizer Bevölkerung hat keine Schweizer Staatsangehörigkeit, obwohl sie in der Schweiz zum gemeinschaftlichen Leben beitragen. Dies möchte der Verein Aktion Vierviertel ändern. Die Aktion Vierviertel wurde von einem zivilgesellschaftlichen Bündnis, das von INES unterstützt wird, angestossen und aufgebaut. Sie fordert das automatische Bürgerrecht für alle, die hier geboren sind, und ein Grundrecht auf Einbürgerung für die, die seit vier Jahren hier leben.

Institutionelle Öffnung der Kulturhäuser - Erfahrungen und Empfehlungen

giovedì, 3. giugno 2021

Da Inés Mateos

 

Im 2019 starteten das Literaturhaus und die Kaserne Basel mit dem Institut Neue Schweiz INES das Projekt Atelier Neue Schweiz Basel, bei dem die Öffnung hin zur postmigrantischen Schweiz der beiden Kulturhäuser im Zentrum stand. Über den angestossenen Transformationsprozess spricht Inés Mateos von INES mit Sandro Lunin, dem Leiter Kaserne Basel, und mit Katrin Eckert, der Leiterin des Literaturhaus Basel. Hier kann das Gespräch angesehen werden. Auf der Grundlage der Erfahrungen des Projekts sind zehn Empfehlungen erarbeitet worden.

«Was hat dein Name für eine Sprache?»

giovedì, 20. maggio 2021

Da Cathrine Lutz, Co-Leiterin Projekt «Schul-Geschichte der Neuen Schweiz»

 

Postmigrantische Schulgeschichten der Neuen Schweiz - Mitwirkende an der Geschichtensammlung erzählen von ihren Erlebnissen in der Schule.

LETTERA APERTA AL CONSIGLIO FEDERALE DELLA SVIZZERA: LE DIFFICOLTÀ ECONOMICHE IN TEMPO DI CRISI A CAUSA DEL CORONAVIRUS NON DEVONO METTERE A REPENTAGLIO IL PERMESSO DI RESIDENZA E LA NATURALIZZAZIONE - ANCHE IN QUESTO CASO SIAMO SOLIDALI!

venerdì, 1. maggio 2020

Da INES Istituto Nuova Svizzera

 

La pandemia del coronavirus non è solo una crisi sanitaria, ma anche sociale ed economica. Molte persone sono minacciate dalla disoccupazione, dipenderanno dall'aiuto sociale e dovranno indebitarsi, anche in Svizzera. Ciò ha enormi conseguenze finanziarie e sociali, ma anche - cosa che molti non sanno - legali. Il criterio dell'"integrazione economica" svolge un ruolo decisivo nelle decisioni relative al permesso di residenza e alla naturalizzazione. La pandemia del coronavirus è quindi una minaccia esistenziale per molte persone. Ciò riguarda potenzialmente un quarto della popolazione residente che non ha la cittadinanza svizzera, ma che sostiene e contribuisce a costruire il paese quotidianamente.

Für alle Menschen, die hier leben und die noch kommen werden

lunedì, 15. giugno 2020

Da INES Institut Neue Schweiz

 

Seit George Floyd durch rassistische Polizeigewalt in den USA ums Leben gebracht wurde, ist die Solidarität mit der Black Lives Matter-Bewegung auch in der Schweiz deutlich spürbar, in öffentlichen Debatten, auf der Strasse und persönlichen Gesprächen. Das Institut Neue Schweiz (INES) solidarisiert sich mit diesen Protesten und dem Kampf gegen einen spezifischen anti-Schwarzen Rassismus.

#NeueSchweiz – im postmigrantischen Basel: Vergangenheit Erinnern. Zukunft gestalten.
13.agosto 2022 18:35 – 18:35

 

Kritik der Biologie: Othering, Race und ihre Verknüpfung zu «Körper»

mercoledì, 8. giugno 2022

Da Tino Plümecke

 

Sind Rassismen heutzutage vor allem kulturalistisch? Ist biologischer Rassismus entsprechend heute nicht mal mehr am rechten Rand gängig, weil auch dort eher von einer essentiellen Diversität der Kulturen ausgegangen wird? Aufbauend auf dem Beitrag von Cenk Akdoganbulut zu Rassismus ohne «Rasse» wird in diesem Essay der Frage nachgegangen, welche Rolle Biologie in gegenwärtigen Rassifizierungen und Rassismen spielt und dafür plädiert, Kultur und Biologie nicht als Entweder-oder, sondern als üblicherweise verknüpft zu fassen.

Rassismus ohne «Rasse» - die Fallstricke der neurechten Diskursverschiebung

mercoledì, 1. giugno 2022

Da Cenk Akdoganbulut

 

Ausschnitt eines Bildes von: ©Claude Zurcher, notrehistoire.ch.

Der Historiker Cenk Akdoganbulut widmet sich in seinem aktuellen Beitrag kulturalistischen Ausprägungen des Rassismus in der Schweiz: Ist es rassistisch von der Unterschiedlichkeit von Kulturen zu sprechen? Kommt der Rassismus von den rechtsextremen Rändern der Gesellschaft? Nach dem Zweiten Weltkrieg fand nicht nur ein Wandel des Rassismus, sondern auch des rechtsradikalen Spektrums statt. Die Wechselwirkungen zwischen diesen beiden Entwicklungen werden aber oft unbeachtet gelassen.

TRAJECTORIES OF STRUGGLE. MIGRATION, BORDERS AND THE POLITICS OF FREEDOM OF MOVEMENT AT THE EU’S MARITIME FRONTIERS

sabato, 7. maggio 2022

Da Charles Heller

 

Film still from Home Sweet Home (2009).

Charles Heller schreibt in seinem englischsprachigen Beitrag im HANDBUCH NEUE SCHWEIZ zum europäischen Grenzregime: «In dem Versuch, das Mittelmeer zu kontrollieren, haben die europäischen Küstenstaaten, zu denen sich später Frontex (die europäische Grenzschutzagentur) und eine wachsende Zahl internationaler Militäroperationen gesellten, ein breites Spektrum an militärischen Grenzdurchsetzungspraktiken und -techniken eingesetzt, um die Bewegungen der Migranten einzudämmen und zu kanalisieren, wodurch das Meer zu einer riesigen Grenzzone wurde.»

Antirassismus in the Making. Ein Werkstattgespräch - Teil 2

sabato, 30. aprile 2022

Da Rahel El-Maawi, Rohit Jain, Franziska Schutzbach, Tarek Naguib

 

Die Arbeit des Institut Neue Schweiz INES ist vom Wunsch geprägt, laufende Debatten zu Migration, Diversität und Antirassismus zu dokumentieren, verschiedene Ansätze in Austausch zu bringen und offene strategische Fragen zu diskutieren. Im Teil 1 des Gesprächs zu Antirassismus in the Making thematisierten Rahel El-Maawi, Franziska Schutzbach, Tarek Naguib und Rohit Jain Fragen rund um Identitätspolitik, Repräsentation und Intersektionalität und verbinden diese miteinander. Hier ist nun die Fortsetzung der Diskussion.

#NuovaSvizzera

Demokratie und Vielfalt in der Kultur – eine kulturpolitische Debatte

venerdì, 10. settembre 2021

Da Anisha Imhasly

 

Gruppenbild im Anschluss an die kulturpolitische Debatte, Gessnerallee Zürich, Juni 2021

An einem Samstagnachmittag anfangs Juni fanden sich rund fünfzig Menschen in der Gessnerallee Zürich ein, um auf Einladung von INES unter dem Titel „Demokratie und Vielfalt in der Kultur – eine kulturpolitische Debatte“ zu erfahren, wie es um diese Vielfalt in der Kultur bestellt ist. Dies vor dem Hintergrund eines zentralen Anliegens seitens INES: Nämlich, dass sich die demografische Realität der Schweiz in seinen Institutionen – etwa in Politik und Verwaltung, Recht, Medien, Bildung und Kultur – viel stärker abbilden muss. Was hier folgt, ist eine subjektive Einordnung der Diskussionen bzw. einige weiterführende Gedanken zum Thema.

«We Talk. Schweiz ungefiltert» - die Talkshow mit Migrationsgeschichte am Frauen*streik

martedì, 15. giugno 2021

Da Stimmen der Neuen Schweiz

 

Feministische Aktionstage 2021, Fotos: raumsinn | dani fels

«We Talk. Schweiz ungefiltert» wurde im Frühling 2021 vom Förderverein des Institut Neue Schweiz, dem Berner Rassismus Stammtisch und dem Kollektiv Ostwind - Ostschweiz mit Migrationsvorsprung ins Leben gerufen. Bei We Talk sprechen Menschen mit Migrationsgeschichte und Rassismuserfahrung miteinander: «Ungefiltert, reflektiert und kritisch.» Gestern wurde im Rahmen des Frauen*streiks die zweite Folge lanciert.

In der Schweiz Zuhause – ausgeschafft in ein fremdes Land

domenica, 30. maggio 2021

Da Institut Neue Schweiz und Demokratische Juristinnen und Juristen Zürich

 

Babak Fargahi, Rechtsanwalt

In der Schweiz können seit je her Menschen, die hier geboren und aufgewachsen sind, ausgeschafft werden. Nur weil sie den Schweizer Pass nicht besitzen. Mit Annahme der Ausschaffungsinitiative und Verschärfungen im Bürgerrecht hat sich die Situation noch mehr verschlechtert. Rechtsanwalt Babak Fargahi, Filmhistorikerin Marcy Goldberg, Buket Bicer-Zimmermann, Schwester eines in die Türkei ausgeschafften Secondo, und Ständerat Paul Rechsteiner haben am 24. Mai 2021 im Rahmen der Veranstaltungsreihe Kosmopolitics über diese Missstände gesprochen. Hier kann das Video angesehen werden.

Junge Muslim*innen zwischen Teilhabe und Rechtfertigungsdruck

giovedì, 15. aprile 2021

Da Asmaa Dehbi

 

Am 7. März 2021 hat die Schweizer Stimmbevölkerung über die Volksinitiative «Ja zum Verhüllungsverbot» abgestimmt. An einem Freitagabend kurz vor der Abstimmung sprechen junge Muslim*innen auf der Zürcher Jugendplattform «Project Träff» darüber, wie sie die Diskussionen rund um das Thema Verhüllung wahrnehmen.

Tradition und Identität im Kontext postkolonialer Verstrickungen

venerdì, 6. marzo 2020

Da Halua Pinto de Magalhães

 

"Protestdemo" von FasnächtlerInnen - August 2018 (Quelle: Tageswoche, Hans-Jörg Walter)

Aufgrund des Corona-Virus wurde dieses Jahr unter anderem die Basler Fasnacht abgesagt. Die Kritik der antirassistischen Bewegung an der Fasnacht bleibt. Es stellt sich insbesondere immer noch die Frage, weshalb diese sogenannten Traditionen sowohl bei ihren Kritikern, als auch bei eingeschworenen FasnächtlerInnen so viele Emotionen auslösen. Halua Pinto de Magalhães sucht auf dem INES Blog „Stimmen der Neuen Schweiz“ nach antworten.

L’importanza dei suoni nell’universo della clandestinità

lunedì, 8. agosto 2022

Da Erik Altorfer, illustrazioni: Nando von Arb

 

Negli anni ’60, i miei suoceri sono emigrati dall’Italia nella Svizzera tedesca; una grande povertà li ha costretti a fare questo passo. Quando la loro figlia Paola nacque a Zurigo, la polizia degli stranieri, come sempre in questi casi, contattò la famiglia: la bambina avrebbe dovuto lasciare il paese dopo tre mesi, il suo soggiorno era illegale. La madre ha dovuto portare il neonato da suo fratello in Italia, un lungo viaggio in treno, il ritorno, da sola, ricorda la madre, «è stato terribile».

INES