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Gegenwart und Zukunft der Neuen Schweiz – Citizenship in the Making

Montag, 15. Februar 2021

Von Institut Neue Schweiz

 

INES versteht sich als postmigrantischer Think & Act Tank für eine #NeueSchweiz. Im Rahmen eines partizipativen Prozesses mit diversen Retreats, spannenden Arbeitsgruppentreffen und intensiven Diskussionsrunden haben wir gemeinsam ein Analyse- und ein Wertepapier erarbeitet. An dieser Grundlage werden wir in den nächsten Monaten auch unsere strategischen Ziele und Projekte für die kommenden fünf Jahre orientieren. Wir freuen uns sehr, Euch diese Woche unsere Analyse vorzustellen, in der wir die #NeueSchweiz aus drei Perspektiven beleuchten:

1) Citizenship und postmigrantische Transformation

2) Globale Verflechtung und postkoloniale Verantwortung

3) Das gute Leben in der Neuen Schweiz

Wir sind davon überzeugt, dass unser Analysepapier einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Debatte leisten kann, wie wir die Zukunft der #NeuenSchweiz solidarisch gestalten können. Es handelt sich auch um ein Gesprächsangebot. Wir freuen uns daher auf Feedback, Rückmeldungen, Weiterleitungen und auch Kritik.

Für alle die da sind und
die noch kommen werden.


Einleitung: Perspektiven & Arbeitsweisen

Die Schweiz befindet sich ebenso wie andere europäische Länder seit Jahrzehnten in einem tiefgreifenden Transformationsprozess aufgrund von Migration und Globalisierung. Rund 40% der permanenten Wohnbevölkerung der Schweiz haben einen Migrationshintergrund; Aspekte wie Mehrfachzugehörigkeiten bzw. Interkulturalität sind längst prägende Faktoren im Alltag; Arbeits- und Konsumleben sind stark globalisiert. Migrations- und Integrationsfragen prägen längst nicht nur politische Debatten, sondern verschiedene gesellschaftliche Bereiche, von Arbeitsmarkt- bis hin zu Geschlechterfragen, von Kulturpolitik bis Bildung. Vor diesem Hintergrund stellen sich ganz grundlegende gesellschaftliche Fragen neu: Wer ist die Schweiz, wer gehört dazu, wer kann wie teilhaben? Der Begriff der Neuen Schweiz ermöglicht es, sich diesen Fragen zu nähern und dabei zwei Dimensionen miteinander zu verbinden: Gegenwartsanalyse und Zukunftsvi-sion. Er geht von dem skizzierten gesellschaftlichen Wandel aus und entwickelt darauf aufbauend einen neuen Imaginations- und Gesprächsraum bzw. ein Labor für eine demokratische Zukunft – für alle, die da sind und die, die noch kommen werden.

INES ist ein Projekt auf der Schnittstelle von Wissensproduktion, öffentlichem Diskurs und politischem Handeln, das darauf abzielt, gesellschaftliche Veränderungen sowohl zu verstehen als auch mitzugestalten. Es geht also um Analyse, Austausch und Intervention. INES ist jedoch weder eine politische Organisation in einem engen Sinne noch eine akademische Forschungseinrichtung. Anders als dezidiert politische Organisationen gehen wir davon aus, dass die Transformation der Schweiz im Zeitalter von Migration und Globalisierung viele neue Fragen aufwirft, auf die es noch keine angemessenen Antworten und eindeutigen Lösungen gibt. Der Arbeitsstil von INES ist daher suchend-frageorientiert, selbstkritisch und hat keine Scheu gegenüber Mehrdeutigkeit, Widersprüchen und Komplexität. Anders als akademische Einrichtungen geht es uns aber nicht um Grundlagenforschung. INES will aufbauend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und klaren politischen Wertsetzungen inhaltlich an der nachhaltigen Gestaltung einer demokratischen, solidarischen, freiheitlichen und sozial gerechten Zukunft im Zeitalter von Migration und Globalisierung mitwirken. Um das Bewusstsein für offene Fragen und Herausforderungen in diesem Problemfeld zu schärfen, Gespräche zu initiieren, gemeinsam neue Deutungsangebote zu entwickeln und auch Möglichkeiten der gesellschaftspolitischen Gestaltung auszuloten und umzusetzen, braucht es unserer Überzeugung nach ein ergebnisoffenes Zusammenspiel unterschiedlicher Expertisen und Formen der inhaltlichen Arbeit: etwa in Form von offenen Diskussionen und deliberativer Meinungsbildung, wissenschaftlicher Forschung, journalistischer bzw. dokumentierender Recherche, teilnehmender Beobachtungen, künstlerischer und sozialer Arbeit, kulturpolitischer und medialer Interventionen, aber etwa auch durch konkrete politische Kampagnen und Aktionen. Basierend auf diesen Vorüberlegungen zu Inhalt und Arbeitsweisen werden im Folgenden die drei oben genannten Perspektiven des Arbeitsprogramms genauer vorgestellt. Auf eine kurze Ausgangsanalyse folgen jeweils die Grundannahmen und Voraussetzungen, von denen wir ausgehen, sowie die Fragen, die sich für uns stellen bzw. uns bei der Arbeit leiten.

Ausgehend von den INES-Grundlagen möchten wir uns in den nächsten vier Jahren der Gegenwart und der Zukunft der Neuen Schweiz aus den folgenden inhaltlichen Perspektiven annähern:

Citizenship und postmigrantische Transformation:
Aus der ersten Perspektive geht es um die Frage, welche An- und Herausforderungen für Teilhabe, Anerkennung und Zugehörigkeit in der postmigrantischen Schweiz existieren. Es gilt transformative Gestaltungsräume und Handlungsoptionen zu eruieren, um eine Demokratisierung der Demokratie zu erreichen. Der Begriff des Citizenship soll dabei weiter gefasst werden als ein enges legalistisches Verständnis von Bürgerrechten und umfasst neben rechtlichen und politischen auch soziale, wirtschaftliche sowie kulturelle Aspekte von Bürger*innenschaft.

Globale Verflechtung und postkoloniale Verantwortung der Neuen Schweiz:
Die zweite Perspektive untersucht, in welchen globalen Ungleichheitsverhältnissen sich die postmigrantische Transformation der Schweiz realisiert. Angesichts der transnationalen und postkolonialen Verflechtungen der Schweiz in einer auf globalisierten Wertschöpfungsketten beruhenden multipolaren Weltordnung, wird es darum gehen, Analysen und konkrete Vorschläge für Solidarität und Gerechtigkeit jenseits einer rein nationalen Brille auf verschiedenen Ebenen zu entwickeln: lokal, national, regional, global.

Gutes Leben in der Neuen Schweiz:
Die dritte Perspektive fokussiert das gesellschaftspolitische und zivilgesellschaftliche Zusammenleben in der Neuen Schweiz. Dabei gilt es die laufenden Aushandlungsprozesse und Kämpfe in unterschiedlichsten Lebensbereichen auszuloten und in Beziehung zu setzen, von Fragen der Arbeit, der Mobilität bis hin zu Altersversorgung, Gesundheit, Bildung, Sicherheit oder Wohnen. Der Begriff des Guten Lebens bezieht sich dabei auf ein grundsätzliches Ziel politischen und ethischen Handelns aus emanzipatorischer Sicht.


Citzenship und postmigrantische Transformation

Ausgangsanalyse:
Unter «postmigrantische» Transformation» meinen wir, dass sich die Schweizer Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten aufgrund von Migration und wirtschaftlich-kultureller Globalisierung und der damit einhergehenden sozialen Aushandlungsprozesse ähnlich wie in benachbarten Ländern tiefgreifend verändert hat und auch weiter verändern wird. Sie hat sich nicht nur im Hinblick auf die Zusammensetzung der Bevölkerung nach Herkunft, Sprache, Lebensweisen pluralisiert, sondern durchläuft zudem auch einen kulturellen, ökonomischen und politischen Wandel. Der Begriff des «Postmigrantischen» charakterisiert die Ambivalenz einer Gesellschaft, die zwar in gewissen Aspekten, etwa Ökonomie, Demographie und Alltag, von einer Normalisierung von Migration und Vielfalt geprägt ist, diese aber gleichzeitig als politischen und kulturellen Ausnahmezustand verhandelt oder gar ausblendet. Es ist dabei bezeichnend für postmigrantische Gesellschaften, dass ein umkämpfter gesellschaftspolitischer Raum entsteht, in dem die Beziehung von „Wir" und "den Anderen“ neu verhandelt werden muss, weil die bestehende hegemoniale Koppelung von demokratischer Teilhabe, gesellschaftlichen Selbstbildern und der Verteilung materieller Ressourcen nicht greift. Die postmigrantische Transformation der Gesellschaft realisiert sich entsprechend im Spannungsfeld von Inklusion und Ausgrenzung (z.B. durch Staatsangehörigkeit, Rassismus etc.) und findet in entsprechenden soziopolitischen Auseinandersetzungen Ausdruck: um Anerkennung, Rechte, Teilhabemöglichkeiten und Zugang zu Ressourcen wie etwa Bildung. Auf der politischen Ebene nimmt seit Jahren der Grad der Polarisierung und der identitätspolitischen Frontenbildung zu, zwischen progressiv-liberalen und konservativen Kräften, rural und urban, migrantisch und nicht migrantisch, weiss und of color etc. Für diese Entwicklung spielt auch das obsessive Streiten über Migrations- und Integrationsfragen eine zentrale Rolle, das in den letzten Jahrzehnten zu einem zentralen Modus politisch-medialer Dauerproblembewirtschaftung aufgestiegen ist. Auch das ist ein wesentlicher Aspekt der postmigrantische Transformation. Dabei lässt sich eine paradoxe Dynamik beobachten: In der Öffentlichkeit wird sowohl zu viel über Migration gesprochen – meist selektiv-negativ, etwa zum Thema Kriminalität–, als auch zu wenig, etwa in Hinblick auf eine Darstellung gelebter postmigrantischer Alltagsnormalität. Die postmigrantische Transformation steht weiterhin in engem Zusammenhang mit ökonomischen Entwicklungen, die einerseits Migrationsbewegungen und andererseits die Art und Weise ihrer Verwaltung und Verwertung prägen: Globalisierung von Wertschöpfungsketten und internationale Arbeitsteilung, Deregulation von Handel und Kapitalflüssen, Tertiarisierung, Digitalisierung und Rationalisierung, Brain Drain und Prekarisierung auf dem Arbeitsmarkt. Ausgehend von einer Analyse dieser in sich umkämpften, spannungsreichen und ambivalenten «postmigrantischen Transformation» der Gesellschaft stellt sich für INES die Frage, wie grundlegende Dimensionen wie Demokratie, Freiheit, Solidarität und soziale Gerechtigkeit im Zeitalter der Migration und Globalisierung neu gedacht und umgesetzt werden können. Im Zentrum des Projekts Neue Schweiz steht demnach die Neuverhandlung von Fragen der Zugehörigkeit und Teilhabe am Gemeinwesen und der Zugänge zu gesellschaftlichen Ressourcen.

Die internationalen Debatten um den Begriff Citizenship bieten sich als Ansatzpunkt an, um Fragen der Zugehörigkeit, Teilhabe und Ressourcenverteilung in der Neuen Schweiz zusammenzudenken. In einem legalistischen Verständnis geht es bei Citizenship zunächst um Bürgerrecht. Hier hat die Schweiz durch ihre restriktive Gesetzgebung in den letzten 50 Jahren ein grosses Demokratiedefizit akkumuliert. Rund ein Viertel der dauerhaften Wohnbevölkerung besitzt heute aus diversen Gründen keine hiesige Staatsbürgerschaft. Weitere Dimensionen rechtlichen Ausschlusses ziehen sich auch durch das weitere Aufenthalts- und Niederlassungsrecht, etwa bei Asylsuchenden, Flüchtlingen und Sans-Papiers. In Anbetracht der postmigrantischen Transformation stellt sich dabei die Frage, wie das Verhältnis Staatangehörigkeit und Bürgerrechte, das heute konstitutiv gekoppelt ist, in Zukunft anders gedacht werden könnte. Ein grundlegender Paradigmenwandel im Schweizer Bürgerrecht bzw. in der Vorstellung von Bürger*innenschaft ist aber nur denkbar, wenn sich die hegemonialen kulturellen Setzungen, Selbstverständlichkeiten, Diskurse, was ein/e Schweizer*in ausmacht bzw. was es heisst Schweizer*in zu werden, ändern bzw. pluralisieren und dabei für postmigrantische Realitäten öffnen, die längst die Gesellschaft prägen und mit tragen. Entsprechend beschränkt sich das Konzept Citizenship für INES in Anlehnung an internationale Debatten nicht nur auf Staatsbürgerschaft, Mitbestimmungsmöglichkeiten in politischen Institutionen und Aufenthaltssicherheit. Damit verbunden sind auch Fragen der Anerkennung sowie der Teilhabe an Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Bildung oder Kultur sowie des damit verbundenen Zugangs zu gesellschaftlichen Ressourcen. Das Konzept Citizenship bezieht sich also auf ein grösseres, in sich ambivalentes und politisch umkämpftes Feld sozialer Beziehungen und gesellschaftlicher Verhältnisse, das sich im nationalstaatlichen Rahmen verorten lässt, aber zugleich sowohl eine lokalere Dimension hat (Gemeinden, Kantone, Regionen), also auch transnational darüber hinausreicht (Europa, global). Der kombinierte Fokus auf Citizenship und postmigrantische Transformation ermöglicht, politisch-rechtliche (Bürgerrechtsrevision), symbolisch-kulturelle (Wandel in Vorstellungen), wirtschaftliche (Arbeitsteilung, Ressourcenzugang) und soziale Dimensionen (postmigrantische Lebenswelten) gesellschaftlichen Wandels im Zeitalter von Migration und Globalisierung zusammenzudenken und politische Handlungsspielräume für Demokratisierung auszuloten – verstanden als fortlaufender ergebnisoffener Prozess.

Wovon wir ausgehen und was wir anvisieren:
• Die postmigrantische Transformation der Schweizer Gesellschaft ist irreversibel. Das muss man weder gut noch schlecht finden, doch diese Tatsache muss der Ausgangspunkt realistischer Überlegungen zur gesellschaftlichen Zukunft sein.
• Ohne einen gesellschaftlichen Prozess, in dem die Formen der Zugehörigkeit, Teilhabe und Ressourcenverteilung neu ausgehandelt und inklusiver gestaltet bzw. der postmigrantischen Realität gerecht werden, ist eine demokratisch-freiheitlich-solidarische Ordnung der Schweiz in Zukunft nicht denkbar.
• Um der postmigrantischen Realität gerecht zu werden, braucht es einen innovativen Paradigmenwandel in der Vorstellung, was Bürger*innenschaft in einem weiten Sinne von Citizenship heisst.

Die Fragen, die wir uns stellen und die uns leiten:
• Ein neues Verständnis von Citizenship: Wie könnte und sollte das Verhältnis von Staatsangehörigkeit, Bürgerrechten und Bürger*innenschaft im weiten Sinne von Citizenship in der Neuen Schweiz gestaltet werden?
• Pluralisierung und Demokratisierung der Demokratie: Wie kann der Umgang mit postmigrantischer Vielfalt als Demokratisierungsprozess für die gesamte Gesellschaft gedacht und gestaltet werden, d.h. für alle, mit und ohne Migrationshintergrund? Wie kann Vielheit repräsentiert werden, ohne in statisch-ethnizistischen Multikulturalismus zu verfallen bzw. in einen kulturellen Relativismus ohne neuen Gemeinsinn?
• Neues nationales Selbstverständnis: Wie lässt sich die Geschichte der Neuen Schweiz erzählen, ein Narrativ entwickeln, das Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft neu zusammensetzt und die gesamte Gesellschaft abbildet?
• Intersektionale Diskriminierungen identifizieren und abbauen: Durch welche diskriminatorischen Faktoren, Einstellungen und Barrieren wird der Zugang zu Citizenship erschwert oder verwehrt (z.B. durch Rassismus, Armut, Bildungsferne, Geschlechterstereotype, Barrieren für Ältere und Menschen mit Behinderung), etwa auch verschärft durch die Corona-Krise? Wie kann hier interveniert werden?
• Solidarität und gemeinsame Transformation statt exkludierende Identitätspolitiken: Wie können identitäre Verhärtungen, Polarisierung, Frontstellungen durch solidarische gesellschaftspolitische Visionen und Kooperationen überwunden werden?

Globale Verflechtung und postkoloniale Verantwortung der Neuen Schweiz

Ausgangsanalyse:
Die Schweiz ist eines der globalisiertesten Länder der Welt – und das nicht erst seit gestern. Wie andere moderne Nationalstaaten hat sich die Schweiz nicht nur aus sich selbst heraus entwickelt und in Abgrenzung "gegen Aussen", sondern auch massgeblich im weltweiten inter- und transnationalen Austausch, im globalen und auch spezifisch im europäischen Kontext. Grenzüberschreitende Handelsverbindungen, Wertschöpfungs- und Produktionsketten, Waren- und Kapitalflüsse, Kommunikationsnetze, Kulturaustausch nicht zuletzt auch weltweite Migrationsbewegungen haben die Schweizer Gesellschaft in der Vergangenheit geprägt speziell auch seit den Zeiten des europäischen Kolonialismus, und werden dies auch in der Zukunft. Der relative Reichtum und der hohe Lebensstandard der heutigen Schweiz sowie das Funktionieren unseres täglichen Lebens hängt fundamental vom Verbrauch von Ressourcen ab, die anderswo gewonnen und erarbeitet worden sind. Viele von uns nehmen zudem gesellschaftliche Strukturen in Anspruch, die mit Kapital finanziert werden, das anderswo erarbeitet wurde, speziell auch unter Bedingungen globaler Ungleichheit. Man denke hier an die Rolle der Schweiz als Drehscheibe des weltweiten Rohstoffhandels sowie als sicherer Häfen etwa für Steuerflucht und fragwürdiges Kapital von reichen Globalisierungsgewinnlern und Machthabern autoritärer Regime. Nicht zuletzt: Die Schweizer Wirtschaft ist grundlegend auf Einwanderung angewiesen. Laut Bundesamt für Statistik war 2019 in der Schweiz jede*r dritte bis vierte Erwerbstätige ein*e Ausländer*in. Wir haben es also in der Schweiz mit einer globalisierten Migrationsgesellschaft der Menschen, der Dinge, der Informationen und des Geldes zu tun. Grenzüberschreitende Mobilität wird hier jedoch nicht gleich bewertet: Migrations- und Wirtschaftspolitik folgen unterschiedlichen Grundsätzen: Möglichst freier Verkehr für Kapital, Information und Güter, aber stark selektive Einschränkung und Kontrolle in der Mobilität von Menschen, mit Fokus auf erwünschte Arbeitskräfte. Die Schweiz ist dabei Teil des Europäischen Migrationsregime, das auf einer Zweiteilung von Binnenfreizügigkeit und selektiver Abgrenzung gegenüber Drittstaaten beruht und dessen Asylpolitik in den letzten Jahrzehnten zunehmend restriktiver ausfällt. Die Frage des nachhaltigen und demokratischen Umgangs auch mit der darausfolgenden illegalisierten Einwanderung ist weiterhin ungeklärt. Vor dem Hintergrund all dieser Verflechtungen auf verschiedenen Ebenen stellt sich zudem die Aufgabe, die Rolle der Schweiz mit ihrem Anspruch an Neutralität und humanitärer Solidarität im globalen Zusammenhang kritisch zu evaluieren und entsprechend neu zu gestalten.

Trotz der vielfältigen transnationalen Verflechtungen ist, wie etwa auch der Umgang mit der Corona Pandemie zeigt, ein Ende des Nationalstaats auch im Zeitalter der Globalisierung nicht abzusehen, gerade auch als politischer Raum, in dem Bürgerrechte in einem engen und breiten Sinne organisiert und verankert sind. Vielmehr bedingen sich die verschiedenen Ebenen: Lokale, regionale, nationale, europäische und globale Ordnungen sind eng verzahnt, ragen ineinander, stabilisieren und destabilisieren sich gegenseitig. Trotz der stark globalisierten Verhältnisse wird die Schweizer Gesellschaft in der hiesigen Öffentlichkeit weiterhin vor allem durch die «nationalstaatliche Brille» betrachtet. Das gilt etwa auch in Hinblick auf die vielen transnationalen diasporischen Lebenswelten von Menschen in der Schweiz, die sich nicht mit den Landesgrenzen decken und trotz ihrer sozialen, kulturellen und ökonomischen Bedeutung aus dem nationalstaatli-chen Wahrnehmungsraster fallen. Dies zeigt sich etwa bei den wiederkehrenden Debatten um die Loyalität von Doppelbürger*innen, etwa in der Schweizer Armee oder der Fussballnati. Auch der Zusammenhang der postmigrantischen Transformation mit globalen Entwicklungen im Bereich Wirtschaft, Recht, Geschlechter- und Umweltfragen gerät hier meist aus dem Blick.

Wovon wir ausgehen und was wir anvisieren:

• Um die Neue Schweiz verstehen zu können, muss sie im globalen Zusammenhang betrachten werden – auch, um ihrer Verantwortung an globaler Ungleichheit sowie dem Anspruch an grenzüberschreitender Solidarität gerecht werden zu können.
• Das humanitäre Selbstverständnis der Schweiz im internationalen Zusammenhang muss in Hinblick auf postmigrantische und postkoloniale Verhältnisse selbstkritisch überdacht und neudefiniert werden.
• Postmigrantisches Citizenship muss dem konstitutiven Ineinandergreifen verschiedener Ebenen politischer Vergesellschaftung Rechnung tragen können, lokal, regional, national, europäisch und global.

Die Fragen, die wir uns stellen und die uns leiten:

• Globalisierte Schweiz: Wie prägen globale bzw. transnationale Verflechtungen die ökonomischen, sozialen und politischen Verhältnisse in der postmigrantische Schweiz? Wie lässt sich die Geschichte einer Neuen Schweiz erzählen, vor dem Hintergrund der vielen transnationalen, globalen und postkolonial geprägten Verflechtungen?
• Selbstkritischer Blick auf die neutrale und humanitäre Schweiz: Wie lässt sich das humanitäre und neutrale Selbstverständnis der Schweiz im internationalen Zusammenhang in Hinblick auf postmigrantische und postkoloniale Verhältnisse selbstkritisch überdenken und neu definieren?
• Globale Verantwortung und Kooperation: Wie kann die Schweiz ihre Verantwortung als globale Playerin in der Weltwirtschaft wahrnehmen und lokale, nationale und globale Prozesse der Solidarität anstossen? Was für Ansätze gibt es in der Schweiz (z.B. Konzernverantwortungsinitiative, Projekte zu internationaler Steuergerechtigkeit etc.), welche Kooperationen und Allianzen sind möglich?
• Migration und wirtschaftliche Globalisierung: Wie hängen Umgang mit und Wahrnehmung von Migration in der Schweiz mit globalen Kapital-, Waren- und Kommunikationsflüssen zusammen?
• Einwanderung gestalten: Wie lassen sich Forderungen nach grenzüberschreitender Bewegungs- und Niederlassungsfreiheit mit Fragen von Citizenship und gesellschaftlicher Solidarität zusammendenken und im Zeitalter der Globalisierung demokratisch, freiheitlich und möglichst sozial gerecht gestalten?


Gutes Leben in der Neuen Schweiz

Ausgangsanalyse:
Demokratie ist kein Selbstzweck, sondern zielt darauf ab, ein gutes, das heisst auch sinnerfülltes und aktives Leben von Menschen in Gesellschaft zu ermöglichen. INES orientiert an einem Paradigmenwandel, der sich auf internationaler Ebene seit den 1970er Jahren abzeichnet, weg von einer ökonomistischen Wachstumsorientierung als ultimative Zielsetzung von Politik, hin zur Förderung nach Lebensqualität und Nachhaltigkeit. Gutes Leben meint nicht einfach Überfluss, Wellness, Entertainment, Konsum- und Spassgesellschaft. Es geht vielmehr um Aspekte wie angemessene soziale, existentielle, gesundheitliche Sicherheit, Wohnen, Bewegungsfreiheit, Anerkennung unterschiedlicher Lebensweisen, Abwesenheit struktureller Diskriminierungen, Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen, Möglichkeiten zur Selbstentfaltung und zur aktiven, sinnerfüllenden und solidarischen Teilhabe an gesellschaftliche Institutionen in Politik, Bildung, Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Kommunikation und Kultur. Die Perspektive Guten Lebens stellt weder das Individuum ins Zentrum der Betrachtung noch das soziale Kollektiv, sondern sieht beides im konstitutiven Wechselbezug: Es geht um Menschen in Gesellschaft. Die Frage nach dem Guten Leben öffnet den Blick für Fragen, die die Perspektive der postmigrantischen Transformation auf einen grösseren gesellschaftspolitischen Kontext hin weiten, etwa in Hinblick auf Fragen der Nachhaltigkeit im Spannungsverhältnis von Wirtschaft, Konsum und Ökologie, Einfluss der Digitalisierung auf Arbeitswelt, Staat und Alltag, Verteilung von Ressourcen etc.

Hier zeigt sich: Citizenship ist eine zentrale, weil politisch gestaltbare Möglichkeitsbedingung guten Lebens, und zwar für alle, die da sind und die noch kommen werden. Umgekehrt ist die Ermöglichung guten Lebens der politische Einsatz, um den es bei der Frage nach einem postmigrantischen Citizenship der Neuen Schweiz letztendlich geht. Gleichzeitig ermöglicht die Frage nach dem guten Leben für INES den Anschluss an die vielen nicht direkt mit der postmigrantischen Transformation verbundenen Auseinandersetzungen und konkreten Verhandlungen um soziale Verhältnisse, die das politische Feld der Schweizer Gesellschaft als Ganzes prägen. Die Perspektive der Kämpfe für ein gutes Leben – für alle, die da sind und die noch kommen werden –stellt für INES so gesehen auch eine offene Plattform für Kollaboration und Austausch dar, mit konkreten alltagsnahen Initiativen zu grundlegenden Aspekten guten Lebens wie Wohnen, Gesundheit, Arbeit, Sicherheit, Altersversorgung, Familie, Geschlechterrollen, Umwelt, Ernährung, Bildung, Freizeit etc.

Wovon wir ausgehen und was wir anvisieren:
• Demokratie ist kein Selbstzweck, sondern zielt darauf ab, ein gutes, das heisst auch sinnerfülltes und aktives Leben von Menschen in Gesellschaft zu ermöglichen.
• Citizenship, basierend auf einem umfassenden rechtlichen, politischen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Verständnis von Bürger*innenschaft, ist eine zentrale, weil politisch gestaltbare Möglichkeitsbedingung guten Lebens, für alle, die da sind und die noch kommen werden.
• Die Perspektive der Kämpfe für ein gutes Leben bietet sich als eine Plattform, um die postmigrantische Perspektive der Neuen Schweiz mit anderen politischen Anliegen und Akteur*innen zusammen zu denken und praktisch zusammen zu bringen.

Die Fragen, die wir uns stellen und die uns leiten:
• Konzepte: Welche Konzepte existieren oder braucht es, um Gutes Leben denken und nachhaltig gestalten zu können?
• Migration und Globalisierung: Welche Rolle spielen Migrationsfragen und transnationale bzw. globale Zusammenhänge für die Gestaltung aber auch Verhinderung guten Lebens?
• Postmigrantische Transformation: Wie hängen Fragen von Ökologie und Ökonomie, Wohnen und Ressourcenverbrauch, Individualismus und Gemeinschaft, Digitalisierung und Rationalisierung mit postmigrantischer Transformation zusammen?
• Citizenship: Wie muss das Citizenship der Neuen Schweiz gestaltet sein, um gutes Leben zu fördern, für alle, die da sind und die noch kommen werden?
• Allianzen und Kollaborationen: Bei welchen Themen, in welchen Formen und unter welchen Bedingungen lassen sich Allianzen und Kollaborationen zwischen verschiedenen Kämpfen um gutes Leben aufbauen?

 

 

Junge Muslim*innen zwischen Teilhabe und Rechtfertigungsdruck

Donnerstag, 15. April 2021

Von Asmaa Dehbi

 

Am 7. März 2021 hat die Schweizer Stimmbevölkerung über die Volksinitiative «Ja zum Verhüllungsverbot» abgestimmt. An einem Freitagabend kurz vor der Abstimmung sprechen junge Muslim*innen auf der Zürcher Jugendplattform «Project Träff» darüber, wie sie die Diskussionen rund um das Thema Verhüllung wahrnehmen.

#NeueSchweiz

#VonWegenSonderweg: Wie die Welt die Schweiz ertragen könnte – Alternativen zu einem postkolonialen Geschäftsmodell
21.April 2021 19:00

 

Von April bis Juni führt INES gemeinsam mit Lucify.ch eine Webinar-Reihe durch. Themen sind Bürgerschaftsmodelle für die Neue Schweiz, mediale Repräsentationspolitik, postmigrantische Kulturpolitik und postkoloniale Solidarität in der globalen Wirtschaft. Am 21. April geht es nun los mit #VonWegenSonderweg: Wie die Welt die Schweiz ertragen könnte – Alternativen zu einem postkolonialen Geschäftsmodell.

Stellenausschreibung Projektleitung Tour de Nouvelle Suisse
Donnerstag, 25. März 2021

 

Ausschreibung Projektleiter*in der Geschäftsstelle (60%):
Das Institut Neue Schweiz INES sucht ab 2. August 2021 (oder nach Vereinbarung)

Das unabhängige Institut Neue Schweiz INES ist der erste postmigrantische Think & Act Tank der Schweiz, der in Sommer 2016 vom Verein Neue Schweiz gegründet wurde. INES versammelt und vermittelt interdisziplinäre Expertise zu Fragen von Migration, Vielfalt und Rassismus. Er arbeitet an der Verwirklichung der Vision einer Neuen Schweiz, in der alle, die hier leben, und die noch kommen werden, gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben. Unterstützt wird das Institut vom Förderverein «Friends of INES» (FrINES), der als Mitgliederverein organisiert ist und als niederschwellige Plattform dient, um eigene Projekte und Veranstaltungen im Rahmen des erweiterten Netzwerks durchzuführen.

Glossar
Glossar #NeueSchweiz

 

An dieser Stelle wird das Glossar #NeueSchweiz zukünftig die relevanten Begriffe vorstellen, um Migration, Vielfalt und Rassismus in der Schweiz zu verstehen – fundiert und kritisch. Ausgangslage bilden die beiden Begriffe #NeueSchweiz und #DeepDiversity.

memleket Folge 11: Wir sind die Mehrheit - mit Albina Muhtari

Freitag, 9. April 2021

Von Stimmen der Neuen Schweiz

 

memleket Folge 11: Wir sind die Mehrheit - mit Albina Muhtari

Stellenausschreibung Verantwortliche*r Administration
Donnerstag, 25. März 2021

 

Ausschreibung Administrative Mitarbeiter*in der Geschäftsstelle (40%): Das Institut Neue Schweiz INES sucht ab 2. August 2021 (oder nach Vereinbarung)

Nein zur Entrechtung, Ja zu einer solidarischeren Politik für alle Erwerbstätigen in der postmigrantischen Schweiz

Dienstag, 15. September 2020

Von Alessandro Pelizzari, Dominik Gross und Sarah Schilliger

 

10 Thesen für ein postmigrantisches Nein zur Kündigungsinitiative am 27. September und eine offensive und eigenständige linke Politik zur Personenfreizügigkeit darüber hinaus.

ÖFFENTLICHER APPELL: WIRTSCHAFTLICHE NOT IN ZEITEN DER CORONA-KRISE DARF AUFENTHALTSSTATUS UND EINBÜRGERUNGEN NICHT GEFÄHRDEN – SEIEN WIR AUCH HIER SOLIDARISCH!

Freitag, 1. Mai 2020

Von INES Institut Neue Schweiz

 

Die Corona-Pandemie ist nicht nur eine gesundheitliche, sondern auch eine soziale und wirtschaftliche Krise. Viele Menschen sind von Arbeitslosigkeit bedroht, werden auf Sozialhilfe angewiesen sein und müssen Schulden aufnehmen, auch in der Schweiz. Das hat massive finanzielle und soziale Auswirkungen, aber auch – was viele nicht wissen – rechtliche Folgen. Bei Entscheiden zum Aufenthaltsstatus und zur Einbürgerung spielt das Kriterium ›wirtschaftliche Integration‹ eine massgebliche Rolle. Die Corona-Pandemie ist auch deswegen für viele eine existenzielle Bedrohung. Dies betrifft potenziell ein Viertel der Wohnbevölkerung, die kein Schweizer Bürgerrecht haben, aber das Land tagtäglich mittragen und mitgestalten.

Tradition und Identität im Kontext postkolonialer Verstrickungen

Freitag, 6. März 2020

Von Halua Pinto de Magalhães

 

"Protestdemo" von FasnächtlerInnen - August 2018 (Quelle: Tageswoche, Hans-Jörg Walter)

Aufgrund des Corona-Virus wurde dieses Jahr unter anderem die Basler Fasnacht abgesagt. Die Kritik der antirassistischen Bewegung an der Fasnacht bleibt. Es stellt sich insbesondere immer noch die Frage, weshalb diese sogenannten Traditionen sowohl bei ihren Kritikern, als auch bei eingeschworenen FasnächtlerInnen so viele Emotionen auslösen. Halua Pinto de Magalhães sucht auf dem INES Blog „Stimmen der Neuen Schweiz“ nach antworten.

#DeepDiversity

"Ich bin Secondo, also bin ich."

Dienstag, 21. Januar 2020

Von Uğur Gültekin

 

Samir und Ugur Gültekin.

Der Filmemacher Samir und Uğur Gültekin (INES-Institutsleitung und Journalist) tauschen sich in diesem postmigrantischen Generationengespräch über das Erwachsenwerden in unterschiedlichen Jahrzehnten aus. Dabei entdecken sie Gemeinsamkeiten, blicken auf hoffnungsspendende Momente zurück und werden über den Fakt überrascht, dass sie ohne sich zu kennen, durch die Arbeit des anderen empowert wurden.

«Stadt-für-alle»-Aktion vor der Fachhochschule St. Gallen

Montag, 11. November 2019

Von Mardoché Kabengele

 

Copyright: Dani Fels

Eine Ostwind-Initiative in Anlehnung an die Urban Citizenship-Debatte in anderen Städten der Schweiz.

«Für Hunde und Italiener verboten» - Ein Gespräch mit Angelo Maiolino

Montag, 15. Juli 2019

Von Tarek Naguib

 

Angelo Maiolino war Dozent und wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für politische Philosophie der Universität Zürich. Gegenwärtig arbeitet der Familienvater als Gymnasiallehrer an einer Zürcher Kantonsschule. Im Jahr 2011 hat er das Buch „Als die Italiener noch Tschinggen waren“ im Rotpunktverlag publiziert. Drei Jahre später erschien seine Doktorarbeit mit dem Titel „Politische Kultur in Zeiten des Neoliberalismus“ im Transcript Verlag. Tarek Naguib hat Angelo Maiolino getroffen und mit ihm zurückgeschaut auf die Schwarzenbach-Initiative und die Lebensrealitäten von italienischen Gastarbeitern in der Schweiz und gefragt was diese Erfahrungen für die Gegenwart und die Zukunft der Migrationsgesellschaft Schweiz bedeuten.

Hautverdächtig – Rassistische Polizeikontrollen auf der Anklagebank

Donnerstag, 16. Mai 2019

Von Mohamed Wa Baile und Ellen Höhne

 

»Hautverdächtig« ist die theatralische Dokumentation und Reinszenierung eines Schweizer Gerichtsfalls zu Racial Profiling, der im Jahr 2015 begann und mittlerweile vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anhängig ist. Dieser experimentelle Text bringt die institutionalisierte Diskriminierungspraxis der Polizei ans Licht, in der täglich Menschen verdächtigt, willkürlich aufgehalten und als Rassisierte ausgeschlossen werden.

Do the Right Thing! #NeueSchweiz im Kino im Kocher

Mittwoch, 9. September 2020

Von Friends of INES aka FRINES, Mardoché Kabengele

 

*Am 22. August zeigte das gratis Openairkino „Kino im Kocher“ den Film „Do the Right Thing vom Schwarzen Regisseur, Produzenten und Schauspieler Spike Lee. Sie wollten für das diesjährige Event eine klare Position gegen Polizeigewalt und strukturellen Rassismus beziehen. Das Institut Neue Schweiz (INES) und sein Förderverein Friends of INES (FrINES) waren mit einer Eröffnungsrede von Mardoché Kabengele und Lucia Aguilar und einem Stand vor Ort. **

memleket Folge 10: Von wegen Chancengleichheit! Ein Gespräch mit Aygül Pala

Donnerstag, 8. April 2021

Von Stimmen der Neuen Schweiz

 

memleket Folge 10: Von wegen Chancengleichheit! Ein Gespräch mit Aygül Pala

Für alle Menschen, die hier leben und die noch kommen werden

Montag, 15. Juni 2020

Von INES Institut Neue Schweiz

 

Seit George Floyd durch rassistische Polizeigewalt in den USA ums Leben gebracht wurde, ist die Solidarität mit der Black Lives Matter-Bewegung auch in der Schweiz deutlich spürbar, in öffentlichen Debatten, auf der Strasse und persönlichen Gesprächen. Das Institut Neue Schweiz (INES) solidarisiert sich mit diesen Protesten und dem Kampf gegen einen spezifischen anti-Schwarzen Rassismus.

Vorschau: Eine Neue Schweiz!

Dienstag, 2. März 2021

Von Institut Neue Schweiz

 

Die Neue Schweiz ist längst da – voller Migration, Vielfalt und Mehrfachzugehörigkeit! Sie muss nur sichtbar und erfahrbar gemacht werden. Das HANDBUCH NEUE SCHWEIZ, das voraussichtlich im Herbst 2021 erscheint, bietet eine Standortbestimmung zu laufenden postmigrantischen, rassismuskritischen und intersektionalen Debatten und Visionen und vereint visionäre Essays, biografische Stories und literarische Texte mit einer Vielfalt von künstlerischen Bildbeiträgen. Ein Glossar und Random Facts versammeln praktische Werkzeuge für alltägliche und fachliche Gespräche und Debatten.

Junge Muslim*innen zwischen Teilhabe und Rechtfertigungsdruck

Donnerstag, 15. April 2021

Von Asmaa Dehbi

 

Am 7. März 2021 hat die Schweizer Stimmbevölkerung über die Volksinitiative «Ja zum Verhüllungsverbot» abgestimmt. An einem Freitagabend kurz vor der Abstimmung sprechen junge Muslim*innen auf der Zürcher Jugendplattform «Project Träff» darüber, wie sie die Diskussionen rund um das Thema Verhüllung wahrnehmen.

Stellenausschreibung Projektleitung Tour de Nouvelle Suisse
Donnerstag, 25. März 2021

 

Ausschreibung Projektleiter*in der Geschäftsstelle (60%):
Das Institut Neue Schweiz INES sucht ab 2. August 2021 (oder nach Vereinbarung)

Das unabhängige Institut Neue Schweiz INES ist der erste postmigrantische Think & Act Tank der Schweiz, der in Sommer 2016 vom Verein Neue Schweiz gegründet wurde. INES versammelt und vermittelt interdisziplinäre Expertise zu Fragen von Migration, Vielfalt und Rassismus. Er arbeitet an der Verwirklichung der Vision einer Neuen Schweiz, in der alle, die hier leben, und die noch kommen werden, gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben. Unterstützt wird das Institut vom Förderverein «Friends of INES» (FrINES), der als Mitgliederverein organisiert ist und als niederschwellige Plattform dient, um eigene Projekte und Veranstaltungen im Rahmen des erweiterten Netzwerks durchzuführen.

memleket Folge 11: Wir sind die Mehrheit - mit Albina Muhtari

Freitag, 9. April 2021

Von Stimmen der Neuen Schweiz

 

memleket Folge 11: Wir sind die Mehrheit - mit Albina Muhtari

Nein zur Entrechtung, Ja zu einer solidarischeren Politik für alle Erwerbstätigen in der postmigrantischen Schweiz

Dienstag, 15. September 2020

Von Alessandro Pelizzari, Dominik Gross und Sarah Schilliger

 

10 Thesen für ein postmigrantisches Nein zur Kündigungsinitiative am 27. September und eine offensive und eigenständige linke Politik zur Personenfreizügigkeit darüber hinaus.

Tradition und Identität im Kontext postkolonialer Verstrickungen

Freitag, 6. März 2020

Von Halua Pinto de Magalhães

 

"Protestdemo" von FasnächtlerInnen - August 2018 (Quelle: Tageswoche, Hans-Jörg Walter)

Aufgrund des Corona-Virus wurde dieses Jahr unter anderem die Basler Fasnacht abgesagt. Die Kritik der antirassistischen Bewegung an der Fasnacht bleibt. Es stellt sich insbesondere immer noch die Frage, weshalb diese sogenannten Traditionen sowohl bei ihren Kritikern, als auch bei eingeschworenen FasnächtlerInnen so viele Emotionen auslösen. Halua Pinto de Magalhães sucht auf dem INES Blog „Stimmen der Neuen Schweiz“ nach antworten.

#DeepDiversity

«Stadt-für-alle»-Aktion vor der Fachhochschule St. Gallen

Montag, 11. November 2019

Von Mardoché Kabengele

 

Copyright: Dani Fels

Eine Ostwind-Initiative in Anlehnung an die Urban Citizenship-Debatte in anderen Städten der Schweiz.

Hautverdächtig – Rassistische Polizeikontrollen auf der Anklagebank

Donnerstag, 16. Mai 2019

Von Mohamed Wa Baile und Ellen Höhne

 

»Hautverdächtig« ist die theatralische Dokumentation und Reinszenierung eines Schweizer Gerichtsfalls zu Racial Profiling, der im Jahr 2015 begann und mittlerweile vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anhängig ist. Dieser experimentelle Text bringt die institutionalisierte Diskriminierungspraxis der Polizei ans Licht, in der täglich Menschen verdächtigt, willkürlich aufgehalten und als Rassisierte ausgeschlossen werden.

memleket Folge 10: Von wegen Chancengleichheit! Ein Gespräch mit Aygül Pala

Donnerstag, 8. April 2021

Von Stimmen der Neuen Schweiz

 

memleket Folge 10: Von wegen Chancengleichheit! Ein Gespräch mit Aygül Pala

Vorschau: Eine Neue Schweiz!

Dienstag, 2. März 2021

Von Institut Neue Schweiz

 

Die Neue Schweiz ist längst da – voller Migration, Vielfalt und Mehrfachzugehörigkeit! Sie muss nur sichtbar und erfahrbar gemacht werden. Das HANDBUCH NEUE SCHWEIZ, das voraussichtlich im Herbst 2021 erscheint, bietet eine Standortbestimmung zu laufenden postmigrantischen, rassismuskritischen und intersektionalen Debatten und Visionen und vereint visionäre Essays, biografische Stories und literarische Texte mit einer Vielfalt von künstlerischen Bildbeiträgen. Ein Glossar und Random Facts versammeln praktische Werkzeuge für alltägliche und fachliche Gespräche und Debatten.

#NeueSchweiz

#VonWegenSonderweg: Wie die Welt die Schweiz ertragen könnte – Alternativen zu einem postkolonialen Geschäftsmodell
21.April 2021 19:00

 

Von April bis Juni führt INES gemeinsam mit Lucify.ch eine Webinar-Reihe durch. Themen sind Bürgerschaftsmodelle für die Neue Schweiz, mediale Repräsentationspolitik, postmigrantische Kulturpolitik und postkoloniale Solidarität in der globalen Wirtschaft. Am 21. April geht es nun los mit #VonWegenSonderweg: Wie die Welt die Schweiz ertragen könnte – Alternativen zu einem postkolonialen Geschäftsmodell.

Glossar
Glossar #NeueSchweiz

 

An dieser Stelle wird das Glossar #NeueSchweiz zukünftig die relevanten Begriffe vorstellen, um Migration, Vielfalt und Rassismus in der Schweiz zu verstehen – fundiert und kritisch. Ausgangslage bilden die beiden Begriffe #NeueSchweiz und #DeepDiversity.

Stellenausschreibung Verantwortliche*r Administration
Donnerstag, 25. März 2021

 

Ausschreibung Administrative Mitarbeiter*in der Geschäftsstelle (40%): Das Institut Neue Schweiz INES sucht ab 2. August 2021 (oder nach Vereinbarung)

ÖFFENTLICHER APPELL: WIRTSCHAFTLICHE NOT IN ZEITEN DER CORONA-KRISE DARF AUFENTHALTSSTATUS UND EINBÜRGERUNGEN NICHT GEFÄHRDEN – SEIEN WIR AUCH HIER SOLIDARISCH!

Freitag, 1. Mai 2020

Von INES Institut Neue Schweiz

 

Die Corona-Pandemie ist nicht nur eine gesundheitliche, sondern auch eine soziale und wirtschaftliche Krise. Viele Menschen sind von Arbeitslosigkeit bedroht, werden auf Sozialhilfe angewiesen sein und müssen Schulden aufnehmen, auch in der Schweiz. Das hat massive finanzielle und soziale Auswirkungen, aber auch – was viele nicht wissen – rechtliche Folgen. Bei Entscheiden zum Aufenthaltsstatus und zur Einbürgerung spielt das Kriterium ›wirtschaftliche Integration‹ eine massgebliche Rolle. Die Corona-Pandemie ist auch deswegen für viele eine existenzielle Bedrohung. Dies betrifft potenziell ein Viertel der Wohnbevölkerung, die kein Schweizer Bürgerrecht haben, aber das Land tagtäglich mittragen und mitgestalten.

"Ich bin Secondo, also bin ich."

Dienstag, 21. Januar 2020

Von Uğur Gültekin

 

Samir und Ugur Gültekin.

Der Filmemacher Samir und Uğur Gültekin (INES-Institutsleitung und Journalist) tauschen sich in diesem postmigrantischen Generationengespräch über das Erwachsenwerden in unterschiedlichen Jahrzehnten aus. Dabei entdecken sie Gemeinsamkeiten, blicken auf hoffnungsspendende Momente zurück und werden über den Fakt überrascht, dass sie ohne sich zu kennen, durch die Arbeit des anderen empowert wurden.

«Für Hunde und Italiener verboten» - Ein Gespräch mit Angelo Maiolino

Montag, 15. Juli 2019

Von Tarek Naguib

 

Angelo Maiolino war Dozent und wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für politische Philosophie der Universität Zürich. Gegenwärtig arbeitet der Familienvater als Gymnasiallehrer an einer Zürcher Kantonsschule. Im Jahr 2011 hat er das Buch „Als die Italiener noch Tschinggen waren“ im Rotpunktverlag publiziert. Drei Jahre später erschien seine Doktorarbeit mit dem Titel „Politische Kultur in Zeiten des Neoliberalismus“ im Transcript Verlag. Tarek Naguib hat Angelo Maiolino getroffen und mit ihm zurückgeschaut auf die Schwarzenbach-Initiative und die Lebensrealitäten von italienischen Gastarbeitern in der Schweiz und gefragt was diese Erfahrungen für die Gegenwart und die Zukunft der Migrationsgesellschaft Schweiz bedeuten.

Do the Right Thing! #NeueSchweiz im Kino im Kocher

Mittwoch, 9. September 2020

Von Friends of INES aka FRINES, Mardoché Kabengele

 

*Am 22. August zeigte das gratis Openairkino „Kino im Kocher“ den Film „Do the Right Thing vom Schwarzen Regisseur, Produzenten und Schauspieler Spike Lee. Sie wollten für das diesjährige Event eine klare Position gegen Polizeigewalt und strukturellen Rassismus beziehen. Das Institut Neue Schweiz (INES) und sein Förderverein Friends of INES (FrINES) waren mit einer Eröffnungsrede von Mardoché Kabengele und Lucia Aguilar und einem Stand vor Ort. **

Für alle Menschen, die hier leben und die noch kommen werden

Montag, 15. Juni 2020

Von INES Institut Neue Schweiz

 

Seit George Floyd durch rassistische Polizeigewalt in den USA ums Leben gebracht wurde, ist die Solidarität mit der Black Lives Matter-Bewegung auch in der Schweiz deutlich spürbar, in öffentlichen Debatten, auf der Strasse und persönlichen Gesprächen. Das Institut Neue Schweiz (INES) solidarisiert sich mit diesen Protesten und dem Kampf gegen einen spezifischen anti-Schwarzen Rassismus.

INES